Consulting

Jobchancen bei den "Hidden Champions"

Kirsten Ludowig
Bewusste Entscheidung für die "Hidden Champions"Foto: © pressmaster - Fotolia.com
Viele Bewerber entscheiden sich bewusst gegen die Global-Player
Abstriche beim Markennamen, beim Gehalt, bei der Weiterbildung – landen bei den kleineren Beratungen nur die, die bei den Global Playern gescheitert sind? Arne Tom Wördens Antwort lautet: „Nein.“ Der Personalberater kennt durchaus Bewerber, die sich bewusst für den Einsatz in einer Boutique entscheiden. Die Gründe dafür können dabei annähernd so vielfältig sein wie die Anzahl von verschiedenen Beratungen, die es auf dem deutschen Markt gibt.„Schlechte Zeiten hin oder her – ich wollte in einer Beratung arbeiten, in der der Faktor Mensch im Vordergrund steht und nicht Sparkonzepte und Renditedruck den Arbeitsalltag diktieren“, erzählt Markus Ellerbrake. Dass er mit dieser Idee bei Consileon an der richtigen Adresse ist, davon überzeugte ihn Joachim Schü, der Gründer und Geschäftsführer. „Er sagte: ,Natürlich müssen wir Geld verdienen, aber es ist zweitrangig, wie viel Gewinn wir 2009 machen. Mir ist wichtig, wo wir gemeinsam in drei bis fünf Jahren stehen.‘Das hat für mich den Ausschlag gegeben“, sagt Ellerbrake.Lanfristiger Erfolg wird in den Vordergrund gestelltSchü, der drei Jahre bei A.T. Kearney die gesamte Beratungsbandbreite kennen lernte, bevor er Consileon gründete, gibt offen zu, dass diese Philosophie in Anlaufschwierigkeiten begründet liegt. „Wir hatten die Deutsche Bank als ersten großen Kunden. Kurz nach unserer Gründung im Jahr 2001 platzte der Zweijahresvertrag – das war wie ein Urknall.“ In dieser Situation hat er gemerkt, dass „wir alles schaffen, wenn wir als Team zusammenhalten“.Heute sind diese Probleme überwunden und die Beratung bekommt weiter Zuwachs: Jeweils zehn neue Absolventen und (Young) Professionals steigen dieses Jahr bei Consileon ein. Während 2008 der Fokus vor allem auf Kandidaten mit Berufserfahrung in den Branchen Banken und Versicherungen lag, liegt er nun auf Background aus den Branchen Energie und Healthcare – Consileons zukünftigem Beratungsfeld.Teamarbeit kann gegen kleine Rückschläge helfenFür den 29-jährigen Philip von Le Suire (Seite 5) war der Antrieb, sich vor zwei Jahren bei der 1999 gegründeten Beratung Kerkhoff in Düsseldorf zu bewerben, rein fachliches Interesse. Der Diplom-Kaufmann wollte nicht als Generalist arbeiten, sondern sich auf das Thema Supply Chain Management konzentrieren. „Kerkhoff ist eine der führenden Beratungen für die Themen Einkauf und Beschaffung. Wer wie ich in diese Richtung will, der setzt gleich auf die Marktführer in diesem Management-Ressort und verirrt sich erst gar nicht zu den allgemeinen Strategieberatungen“, sagt er.Eine scheinbar gute Entscheidung, denn „beim Einkauf könnenUnternehmen besonders gut an der Kostenschraube drehen. Deswegen boomt dieses Beratungsfeld in der Krise ähnlich wie Finanz- und Risikomanagement oder Pricing“, sagt Dietmar Fink. Das spiegelt sich bei Kerkhoff auch in der Zahl der Neueinstellungen wider. 2009 sollen 25 Absolventen und 15 (Young) Professionals an Bord kommen. Ähnliche Pläne haben auch Kerkhoffs Rivalen, die Einkaufsberatungen Inverto in Köln und Brainnet in Bonn.

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