Seit Jahren versucht die Politik, Ausländer besser und schneller in Deutschland zu integrieren. Der aktuelle Integrationsbericht der Bundesregierung zeigt jedoch, dass die Chancengleichheit im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt noch lange nicht erreicht ist.
Migranten sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt und im Bildungssektor nach wie vor benachteiligt. Dort sei die Situation vieler Zuwanderer dramatisch, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), am Mittwoch in Berlin. „Diese Großbaustellen der Integration müssen wir in den nächsten Jahren verstärkt angehen.“ Böhmer sieht vor allem die Bundesländer in der Pflicht. Schulen mit einem hohen Anteil von Migranten müssten besser mit Lehrern und Sozialarbeitern ausgestattet werden, sagte sie bei der Vorlage ihres Berichts zur Lage der Ausländer.„Die Integration kommt voran in Deutschland, aber (...) wir müssen die Anstrengungen mit allem Nachdruck verstärken“, sagte sie. Es gebe zwar viele Aufsteigergeschichten von Migranten und auch Fortschritte bei Bildung, Ausbildung und Deutschkenntnissen. „Aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“ Von den rund 82 Millionen Einwohnern in Deutschland (2008) haben rund 15,6 Millionen Menschen ausländische Wurzeln. Sie machen rund 19 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. 8,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund haben einen deutschen Pass.Kritik aus der OppositionDie Opposition kritisierte, die Bundesregierung mache in der Integrationspolitik zu wenig. Der integrationspolitische Sprecher der Grünen, Memet Kilic, sagte, bei Böhmers Bericht handele es sich um eine Lagebeschreibung ohne Konzept. „Es werden in den Kernpunkten keine konkreten Systemänderungen vorgeschlagen.“ Die SPD-Politikerin Eva-Maria Stange forderte ein „Bund-Länder-Programm Integration“, um Migrantenkinder zu fördern. Die migrationspolitische Sprecherin der Linken, Sevim Dagdelen, mahnte, die Regierung müsse die Ursachen für die „katastrophale Situation“ der Migranten bekämpfen.Aus dem Bericht geht unter anderem hervor, dass Kinder und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln im deutschen Bildungssystem häufiger Probleme haben. „Jugendliche aus Zuwandererfamilien sind im Schnitt seltener auf Gymnasien und überproportional häufig auf Hauptschulen“, heißt es. Zu oft entscheide die Herkunft und die soziale Lage noch über den Bildungsweg.
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