Ingenieure

Innovationsboom in der Autobranche

Julia Groth, Christoph Hus
Inga Wehmeyer ersetzt schwere PKW-Teile durch leichte KunststoffeFoto: © Rainer Holz
Porträt: Inga Wehmeyer
Die anglophile Kunststoff-Tüftlerin Inga Wehmeyer arbeitet bei Ford daran, Karosserien leichter zu machen. Das Ziel: Energie einsparen. Nur so lassen sichin Zukunft Autos verkaufen.Inga Wehmeyer hat die Frauenfrage ziemlich satt. Ja, Frauen sind an ihrem Arbeitsplatz eine Minderheit. Nein, das stört sie nicht, und sie fühlt sich auch nicht benachteiligt im europäischen Forschungszentrum des amerikanischen Autokonzerns Ford in Aachen. "Ich bin von meiner Schul- und Studienzeit daran gewöhnt, von deutlich mehr Männern als Frauen umgeben zu sein", sagt Wehmeyer, die aus dem Westfalen-Städtchen Warendorf stammt. Auf die Mathematik- und Chemie-Leistungskurse im Gymnasium folgte bei ihr das Maschinenbaustudium an der RWTH in Aachen.Bei Ford wird Englisch geredet"Ich habe mich schon immer sehr für Mathematik und Naturwissenschaften interessiert, dagegen nicht so sehr für Fächer wie Sozialwissenschaften, die als Frauendomäne gelten", sagt die 27-Jährige. Dass sie allerdings gut Englisch spricht, nicht zuletzt dank ihres Auslandsjahrs in Australien, kommt ihr zugute. Denn im Ford-Forschungszentrum arbeitet sie seit Sommer 2008 mit Kollegen aus 25 Nationen zusammen, Arbeitssprache ist Englisch.Wehmeyer gehört zur Gruppe Advanced Materials & Processes. Deren Aufgabe ist es, Autos leichter zu machen und so ihren Energieverbrauch zu senken. "Leichtbau ist ein sehr wichtiges Thema in der Automobilindustrie", erklärt die junge Ingenieurin. Besonders wenn es um alternative Antriebe wie Elektromotoren geht: Deren Einsatz lohnt sich nur dann, wenn sie weniger Masse bewegen müssen als herkömmliche Autos. Deshalb testet Wehmeyer, welche Materialien sich eignen, um das traditionelle Metall zu ersetzen. Und sie prüft, an welchen Stellen eines Autos sich das neue Material besonders gut einsetzen lässt, zum Beispiel für Kotflügel oder Motorhauben.Die Ingenieurin arbeitet aber nicht nur im Labor. "Es gibt Tage, da sitze ich mit Zulieferern und Kollegen zusammen und spreche zum Beispiel über Leichtbautechnologien", erzählt sie. Sie und ihre Kollegen machen schließlich nicht alles allein. Auch externe Dienstleister sind beteiligt. Wehmeyer hat die Basis für ihre Karriere bei Ford schon während des Studiums gelegt. Nicht nur, indem sie fünf Jahre lang das Henry-Ford-Stipendium erhielt, mit dem die RWTH Aachen und die Ford-Werke besonders begabte Maschinenbau-Studentinnen finanziell und mit speziellen Seminaren fördern. Sie schrieb auch eine ihrer beiden Studienarbeiten beim Autohersteller in Köln. Thema: der Kunststoffkotflügel des Ford Kuga. "Studenten sollten möglichst früh Kontakte zur Industrie knüpfen", rät Wehmeyer rückblickend auf ihre eigene positive Erfahrung. Und ihre Sprachkenntnisse nicht vernachlässigen. Denn um eine der lukrativen Stellen in der Forschung und Entwicklung zu bekommen, muss man fließend Englisch sprechen - mindestens.

Der jobturbo: eine suche - alle jobs

Themen im Überblick

Werden Sie eine Fair Company

Allgemeinbildung

Jetzt Neu: Die besten Vertriebsjobs

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport