GTZ

In der Welt zu Hause

Barbara Erbe
Jörg Yoder selbst weiß, wovon er spricht. Als Technischer Zeichner holte er im Studienkolleg das Abitur nach und leistete dann zwei Jahre lang seinen Wehrersatzdienst in einem Obdachlosenheim in Washington. Es folgten ein Architekturstudium in Berlin und Perus Hauptstadt Lima, sowie diverse Praktika - so ging er mit der amerikanischen Nichtregierungsorganisation "Rescue Committee" zum Wiederaufbau von 300 Wohneinheiten in das Kosovo.Nach seinem Diplom absolvierte Yoder das Seminar für Ländliche Entwicklung an der Humboldt Universität in Berlin sowie ein Postgraduierten-Studium in Geographischen Informationssystemen an der Universität Salzburg. Ein weiter Horizont war ihm immer genauso wichtig wie die "fachliche Heimat".Letztere kann fast überall liegen, fügt Personaler Ulrich Heise hinzu: "Es gibt kaum eine Fachrichtung, für die wir keine Verwendung hätten." Und sagt dann doch, dass Ingenieure, die auf Energie, Wasser und Klima spezialisiert sind, sowie Volkswirte und Experten für öffentliche Finanzen die besten Karten haben. "Das liegt daran, dass wir mit unseren Projekten direkt auf die Vorgaben des Bundes reagieren. Und seit zwei, drei Jahren sind eben der Klimaschutz und die kommunale Entwicklung die großen Themen."Klimaschutz, das ist auch das Stichwort für Caroline Heidtmann. Die Diplom-Ingenieurin koordiniert zurzeit in Bamako, Mali, ein Projekt, das 142000 Menschen im ländlichen Raum Zugang zu Solarstrom verschaffen soll. "Mein Job ist vor allem Konzeptplanung, ich schließe aber auch Verträge mit Baufirmen und lokalen Consultants und kümmere mich um Finanzmanagement, Monitoring und Berichterstattung dem Geldgeber gegenüber", erklärt die 29-Jährige.GTZ: Bei Studenten hoch angesehenIn ihrem Team sind noch zwei weitere Juniorberater, ein Ingenieur und eine Projektassistentin, alle aus Mali. Wie ihre Kollegen Melis und Yoder schätzt auch Heidtmann, dass ihre Arbeit sinnvoll ist: "Durch unser Projekt können zum Beispiel die Schulen den Kindern anbieten, ihre Hausaufgaben abends im hellen Klassenraum zu machen." So belegt die GTZ in einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschers Universum unter knapp 20000 Studenten weltweit Platz eins unter den Unternehmen, denen die Befragten ein hohes Level an sozialer Verantwortung zuschreiben.Caroline Heidtmann hat sich gut auf ihren Job bei der GTZ vorbereitet: Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema Solarenergie und reiste in ein südafrikanisches Dorf, um dort zu forschen. "Vor Ort zu arbeiten war mir sehr wichtig, von Deutschland aus bekommt man die Schwierigkeiten bei solchen Projekten oft gar nicht mit." So sei etwa die dezentrale Energieversorgung aus deutscher Sicht ein rein technisches Problem. Vor Ort in Bamako aber scheitere die beste Technik manchmal schlicht daran, dass keine ausgebildeten Fachkräfte zur Verfügung stünden.Was Heidtmann dagegen noch fehlt, sind Kenntnisse der Landessprache Bambara. Um besser für und mit den Menschen in den Dörfern zu arbeiten, will sie den Unterricht jetzt zügig nachholen. Das sei zwar eine große Herausforderung, mache ihren Job bei der GTZ aber immer wieder einmalig, sagt sie.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.11.2009

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