Arbeitgeber

Im Mittelstand wird weiter kräftig eingestellt

Stefan Salfemeier
Die Zutaten stimmen: Karriere machen bei Dr. OetkerFoto: © PR
Führungskräfte rekrutiert die Firma wenn möglich aus den eigenen Reihen. "Um möglichst viele Mitarbeiter mit Potenzial zu halten, haben wir neben der klassischen Führungskräfte-Karriere eine zusätzliche Fachlaufbahn eingeführt", sagt Personalchef Geier. In Fachlaufbahnen übernehmen Manager meist weniger Personalverantwortung, konzentrieren sich auf ihr Spezialgebiet und sind dem Ansehen im Unternehmen nach mit der jeweiligen Führungsebene ebenbürtig. Bei Wittenstein steht an der Spitze der Fachkarriere ein "Leading-Expert" auf einer Stufe mit der Geschäftsführung. Und ist damit zum Beispiel in den Gremien des Unternehmens vertreten, die über die Strategie und Ausrichtung für die Zukunft entscheiden.
Beim Designer Kiska ist eine aktive Personalentwicklung ebenfalls längst Standard, obwohl es dafür kein eigens geschaffenes Programm mit klangvollem Namen gibt: "Qualifizierte Mitarbeiter werden in die Führungsebene begleitet und sind so für neue Herausforderungen gerüstet", sagt Personalmanagerin Reiter. Die setzt zudem auf Abwechslung im Job mit neuen Kunden oder Projekten, dann sei vielen das Erklimmen von Positionen längst nicht mehr so wichtig.Auch wenn immer mehr Unternehmen eine aktive Personalentwicklung anbieten, sollten sich Interessenten gerade bei kleineren Unternehmen über die Gepflogenheiten des Hauses informieren. Zum Beispiel, ob der Chef ein Allmachts-Typ ist, der Jung-Manager mit kleinen Projekten abspeist und die Fäden lieber selber in der Hand hält. Oder ob die Firma wirklich an frischem Wissen von der Hochschule interessiert ist.
Foto: © Junge Karriere
Die Mittelstandsstudie Mind vom Institut für Mittelstandsforschung hat verschiedene Chefcharaktere ausfindig gemacht: Der junge Stratege zum Beispiel hat sich vor einigen Jahren selbstständig gemacht. Meistens hat er selbst studiert und sich irgendwann auf die eigenen Füße gestellt, um seine Ideen in einer Marktnische umzusetzen. Professionelles Management sieht er als entscheidenden Wettbewerbsvorteil, Aufgabenteilung ist für ihn ein Muss. Absolventen haben hier gute Chancen, anspruchsvolle Aufgaben übertragen zu bekommen. An denen kann man sich bewähren. Eine Chance, die man in Konzernen oft erst nach Jahren erhält. Der Typ Macher dagegen hat in vielen Fällen keine Hochschule besucht, hat sich in seinem Spezialgebiet aber enorm viel Wissen angeeignet. Planung ist für ihn höchstens ein notwendiges Übel, zur Not bestellt er externe Berater ins Haus. Es leuchtet ein, dass hier vor allem ausgeprägte Praktiker glücklich werden.
Eher schwierig für junge Einsteiger wird es beim Patriarchen. Der führt meist ein alt eingesessenes Unternehmen als alleiniger Inhaber einer Personengesellschaft, oft bereits in der dritten oder vierten Generation. Er trägt das gesamte wirtschaftliche Risiko, Delegieren ist für ihn ein Fremdwort. Wenn er sich doch dazu entscheidet, Führungspersonal einzustellen, wird es für die Neuen in jedem Fall nicht leicht. Zum Glück für Absolventen werden diese schrulligen Mittelständler immer seltener.In jedem Fall ist es für Interessenten unerlässlich, sich vor einer Bewerbung intensiv über das Unternehmen zu informieren. Auch der kleinste Mittelständler hat mittlerweile eine Internet-Repräsentanz, in der sich die Firma vorstellt: Wer ist der Chef, wer sind die Kunden und wo engagiert sich das Unternehmen. Stellt das Unternehmen auf Messen aus, hält der Chef oder andere Führungspersonen als Experte auf Kongressen Vorträge? Solche Aktivitäten lassen auf eine ausgeprägte Bereitschaft zur Kommunikation schließen. Immer häufiger sind dort auch Links zum Thema Karriere zu finden, die zumindest dem ersten Anschein nach auf eine interessierte Chefetage schließen lassen. Besser ist es natürlich, sich persönlich über das Unternehmen zu informieren: "Kontakte zu Personen, die das Unternehmen kennen, sind Gold wert", sagt Heidrick-Beraterin Sabine Hansen. Und wer nicht gleich beim passenden Verband nachfragen will, schaut in Studentenportalen nach. Vielleicht hat dort schon ein Kommilitone über Freud und Leid in dem Unternehmen berichtet.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.04.2008

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