Innovationen

Ideen für Deutschland: Zukunft denken

Til Knipper
Ludwig Engel arbeitet beim Daimler-Thinktank in BerlinFoto: © www.GordonWelters.com
Porträts von Mitarbeitern verschiedener Zukunftsforschungsabteilungen
Anja Mante, 31, Freie Universität Berlin
Bevor Anja Mante Entwicklungen vorhersagt, blickt sie in die Vergangenheit. Dort findet sie Beispiele dafür, dass Unternehmen scheitern, wenn sie sich nicht rechtzeitig neuen Gegebenheiten anpassen. Bei der Daimler Research Group lernt sie, wie man diese sogenannte Pfadabhängigkeit vermeiden kann. Ihre Promotion dazu will die wissenschaftliche Mitarbeiterin der FU Berlin 2009 beenden. "Danach würde ich gerne an einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis arbeiten." 
Ludwig Engel, 26, Daimler Society and Technology Research Group 
Der Kulturwissenschaftler hat in Berlin das Fach Information und Kommunikation studiert und anschließend einen Master an der Europa-Universität Viadrina gemacht. Von Januar an arbeitet Engel für drei Jahre als Doktorand beim Daimler-Thinktank in Berlin, für den er bisher schon als Werkstudent tätig war. "Mein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist das Thema Stadt und Kreativität", sagt Engel. Für seine Promotion wird er sich weiter mit den zukünftigen Arbeitsformen der jungen, kreativen Großstadtbewohner beschäftigen und Rückschlüsse auf das zukünftige Mobilitätsverhalten der potenziellen Mercedes-Kunden ziehen. Engel hat sich schon immer gerne mit der Zukunft auseinandergesetzt. An der Technischen Universität Cottbus leitete er ein Seminar zum Thema "Cottbus 2046".
Katja Heinrichs, 38, Henkel
Heinrichs gehört zum globalen Innovationsteam für Waschmittel bei Henkel. Die Marketingexpertin entwickelt gemeinsam mit anderen Kollegen neue Produktideen für die Waschmittel des Düsseldorfer Konzerns. "Der Reiz liegt für mich darin, international zu arbeiten und die unterschiedlichen Sichtweisen in dem interdisziplinären Team unter einen Hut zu bringen", sagt Heinrichs.
Matthias Böttger, 34, und Friedrich von Borries, 34, Raumtaktik
Die Architekten haben sich in ihrer Ausstellung "Updating Germany" mit der Frage beschäftigt, wie eine bessere Zukunft aussehen könnte. 100 "Updates" haben sie als mögliche Antworten gefunden. "Wir haben es Update genannt, weil der Begriff auch fehlerhafte Projekte umfassen kann, die man dann nachbessern muss", sagt von Borries. Die Ausstellung ist bis zum 22. Februar im Architekturmuseum in Frankfurt zu sehen.
Jens Ahrens, 30, T-Labs
Der Elektrotechnikingenieur kann mit seinen 54 im Kreis angerichteten Boxen in den Telekom Laboratories die unterschiedlichsten Klangwelten per Mausklick erzeugen. Die Forscher und Entwickler der Telekom an der TU Berlin nutzen die Anlage für technische Messungen. Ahrens will auch nach Abschluss seiner Promotion über virtuelle akustische Räume in der Forschung bleiben, wobei er noch offen lässt, ob er in einem Konzern arbeiten will oder eine Hochschulkarriere anstrebt.
Interview mit Arend Oetker: "In Europa sind wir top"Text: Die Kreativ-Techniken der Thinktanks
Dieser Artikel ist erschienen am 01.01.2009

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