Roland Berger

"Ich folge meinem inneren Kompass"

Tanja Kewes
Was war und ist Ihr Antrieb? 
Ich wollte schon immer einen Beitrag zum Fortschritt dieser Gesellschaft leisten. Deshalb habe ich auch eine Strategieberatung gegründet. Als Berater habe ich in den vergangenen Jahrzehnten dazu beigetragen, dass Unternehmen wirtschaftlicher arbeiten und auch staatliche und kulturelle Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Theater effektiver und effizienter funktionieren. Ein weiterer Antrieb ist der Wunsch, etwas dazuzulernen.
Welcher Mensch hat Sie von seiner Persönlichkeit sehr beeindruckt? 
Beeindruckt haben mich viele Menschen, vor allem meine Eltern und einige Lehrer, später Persönlichkeiten wie Joe Ackermann, Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Intelligent sind viele - entscheidend ist der Charakter. Verlässlichkeit, Loyalität, Ehrlichkeit und Mut sind die für mich wesentlichen Eigenschaften.
Welche historische Figur hätten Sie gerne kennengelernt? 
Mir hat Friedrich Wilhelm I. imponiert. Der preußische Soldatenkönig hat sein armes, verschuldetes Land durch eigene und zugekaufte Leistung, durch Sparsamkeit und Zuwanderung entwickelt. Und so seinem Sohn Friedrich dem Großen seine Großtaten ermöglicht.
2009 ist das Superwahljahr. Wie lautet Ihre Prognose für die Bundestagswahl? 
Ich wünsche mir, dass Schwarz-Gelb gewinnt, wage aber die Prognose, dass es bei der Großen Koalition bleibt.
Zur PersonGeboren 1937 als Sohn bayerischer Eltern in Berlin, macht Roland Berger in München Abitur und studiert anschließend Betriebs- und Volkswirtschaft in München und Hamburg. Schon während des Studiums macht sich Berger selbstständig. Er gründet und führt eine Wäscherei und einen Spirituosendiscounter. Im Jahr 1962 fängt Berger bei der Unternehmensberatung Gennaro Boston in Mailand an. Fünf Jahre später gründet er in München Roland Berger Strategy Consultants. Die Beratung gehört heute zu den Top Vier der Branche und machte 2008 Schätzungen zufolge einen Umsatz von 645 Millionen Euro.Der Gründer selbst verabschiedete sich 2003 aus dem operativen Geschäft und leitet seitdem den Aufsichtsrat. 2008 gründete Berger eine eigene Stiftung, die sich dem weltweiten Schutz von Menschenrechten widmet und Stipendien an Kinder aus sozial schwächeren Schichten vergibt. Berger beteiligt sich zudem regelmäßig an aktuellen Debatten. Am Samstag, den 6. Juni nimmt er auf der Jahrestagung der Frankfurt School of Finance und Management in Frankfurt an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Soziale Marktwirtschaft und Demokratie - Ende einer Epoche?" teil. Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung finden Sie unter www.fsconference.de.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.05.2009

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