Rainer Schaller

"Ich bin 100 Prozent risikobereit"

Sebastian Arackal
Wie und wo leben Sie? 
Mittlerweile in der eigenen Wohnung in Berlin-Mitte, ich fahre mit dem Rad zum Büro. Davor hatte ich drei Jahre lang eine 80-Quadratmeter-WG mit acht Männern. Das waren McFit-Mitarbeiter, einer war von der Love Parade. Wir hatten nur eine Dusche, ich musste morgens eine Nummer ziehen. Auch abends war es eine Herausforderung, nach einem langen Arbeitstag die Wohnung mit Kollegen zu teilen. Das funktioniert nur, wenn man wirklich ein sehr gutes Betriebsklima hat.
Und jetzt wohnen Sie allein? 
Naja, es ist noch eine Dreier-WG. Der Controller schläft immer noch bei mir. Der ist allerdings nicht so häufig da. Ich habe ab und zu die Wohnung für mich alleine.
Männer-WG-Leben mit 40 - das klingt danach, als wollten Sie nicht erwachsen werden. 
Ich bin ein sehr geselliger Mensch. Es ist nicht so, dass ich nicht erwachsen werden will, ich brauche halt wenig Luxus.
Ihr Bruder ist ein Überflieger. Hat das Ihre Persönlichkeit geprägt? 
Unheimlich. Mein Bruder war immer der Intelligenteste in der Familie. Und einen Intelligenten braucht die Familie. Er hat Medizin und Musik gleichzeitig studiert, währenddessen ich nach der Mittleren Reife wegen der schlechten Noten die Schule verließ und malochen ging. Zwischen uns gab es aber keine Konkurrenz. Er hatte andere Hobbys, ein komplett anderes Leben und dadurch haben wir uns auch nie gestritten.
Hat er Sie nicht belächelt, als Sie sich mit McFit selbständig machten? 
Belächelt nicht, er hat mich für verrückt erklärt. Aber heute ist er schon neidisch, wenn er meinen Kontoauszug sieht.
Stimmt es, dass Sie immer noch einen Edeka-Laden besitzen? 
Ja, in meinem Heimatort Schlüsselfeld - und mittlerweile lässt sich damit auch ein bisschen Geld verdienen.
In ihren Ferien touren Sie mit einem VW-Bus durch die Welt. In diesem Sommer in drei Wochen von Kathmandu nach Bangkok. Was reizt Sie daran?
 Der Weg war das Ziel, am Tag legten wir zwischen 400 und 700 Kilometer zurück. Auf den Touren haben wir schon wilde Sachen erlebt: In Pakistan wurden wir von den Taliban verfolgt und in Tibet musste ich mir bei den Behörden einen tibetanischen Führerschein besorgen. Wir reisten nicht selten durch Regionen, wo kein Tourist mehr war.

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