Rainer Schaller

"Ich bin 100 Prozent risikobereit"

Sebastian Arackal
Welche Eigenschaften zeichnen Sie als Chef aus? 
Ich kann nicht viel, aber was ich kann ist, gute Menschen zusammenzubringen und zum Team zu formen. Das reicht mir.
Arbeiten bei McFit auch Akademiker? 
Unser Team ist bunt gemischt: vom ehemaligen Handwerker bis zum Diplom-Sportlehrer. Wir wollen Trainer, die Spaß haben, mit Menschen zu arbeiten. Das kann man einem Menschen schwerer beibringen als eine Fachqualifikation.
Welche Auswirkungen hat die aktuelle Wirtschaftskrise auf McFit? 
Wir spüren die Krise, aber im positiven Sinne. In den vergangenen Monaten haben sich viele neue Mitglieder bei uns angemeldet, zahlreiche Kunden kommen von teuren Fitnessstudios. Mein Gefühl ist, die Menschen möchten in der Krise auf nichts verzichten, aber auch nicht mehr Geld ausgeben. Im Gegenteil, vielleicht sogar Geld sparen. Davon profitieren wir. Unsere derzeitige Mitgliederzahl liegt schon bei 800000.
Sie haben vor kurzem auf Mallorca Ihr erstes Studio eröffnet. Wie läuft es? 
Die Resonanz ist sehr gut. Trainingsverhalten und Motivation sind in allen Ländern gleich: Unsere Kunden wollen einfach nur gut aussehen. In Spanien ist der Narzissmus, gerade bei den männlichen Mitgliedern, noch ausgeprägter als in Deutschland.
Haben Sie neben Spanien und Österreich noch andere Länder im Visier? 
Wir schauen uns momentan jedes europäische Land genau an. Und wir können uns gut vorstellen, in den Osten zu expandieren. Beispielsweise nach Polen.
Wie sehen die Fitness-Trends der Zukunft aus? 
Es gibt zwei große Trends: Das ist die individuelle Betreuung der Mitglieder über das Internet. Wir lassen gerade ein neues Trainingsprogramm dafür programmieren. Der zweite Trend sind spezielle Studios für Midager und noch etwas ältere Personen. Die Menschen werden immer älter und im Gegensatz zu früher auch immer fitter.
Wie halten Sie sich selbst fit? 
Ich gehe drei-, viermal in der Woche ins Studio und bin dort ganz nah an den Kunden dran. Das hält jung. Ich lege sehr viel Wert auf das Äußere. Mein Vorbild ist momentan Wladimir Klitschko. Natürlich trainiere ich auch gezielt meine Stützmuskulatur wegen des Bandscheibenschadens, durch den ich zwangsläufig körperbewusster geworden bin.
Es gibt nicht wenige Kraftsportler, die mit Doping nachhelfen. 
Ich habe dazu eine ganz klare Meinung: Man muss eingestehen, dass im Sport gedopt wird. In allen Sportarten. Auch bei der Love Parade muss man zugeben, es werden Drogen genommen. Aufklärung über die Nebenwirkungen finde ich wichtiger als sich in die eigene Tasche zu lügen. Ich selbst nehme keine Drogen, ich bin strikt dagegen.

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