Rainer Schaller hat McFit zum Markenführer der Fitnessbranche gemacht. Hier spricht er über sein Idol Arnold Schwarzenegger, seine neue Muskelschmiede auf Mallorca, Männer-WGs, die Love Parade und warum er keine Marketing-Heuschrecke ist.
Herr Schaller, Sie haben mit McFit die Fitnessbranche revolutioniert. Wie haben Sie das geschafft? Angefangen haben Sie mit Lebensmitteln. Stimmt, ich war ein klassisch ausgebildeter Edeka-Kaufmann. Schon mein Opa war bei Edeka und im Laden meiner Mutter bin ich aufgewachsen. Mit einem eigenen Edeka-Laden fing ich als Selbstständiger an, später kamen noch drei weitere Läden dazu. Ausschlaggebend für mich waren die geringen Margen, der harte Verdrängungswettbewerb, der schon sehr lange im Lebensmitteleinzelhandel vorherrscht, und die begrenzten Zukunftsperspektiven. In meinem Heimatort, wo ich auch meinen Edeka-Markt betrieb, habe ich dann ein illegales Studio auf dem Dachboden meines Elternhauses eröffnet.Das war eine neue Branche für Sie. Wie sind Sie vorgegangen? Ich experimentierte erst im Kleinen, kaufte gebrauchte Fitnessgeräte und beobachtete, was die Menschen wirklich wollten. Ich stellte fest: Um gut auszusehen, möchten die Leute eigentlich nur Sport treiben. Wellness-Angebote wie Sauna oder Solarium waren nicht von Nöten. Experten und Fachpresse waren dagegen felsenfest vom Wellness-Trend überzeugt. Als es trotzdem gut anlief, habe ich in Würzburg eine alte Möbelhalle umgebaut. Im Januar 1997 ging es los. Anfangs war ich Trainer, Buchhalter, Studioleiter und Reinigungskraft - alles in einem. Ich habe viel Lehrgeld gezahlt. Mein Vorteil war aber, dass ich Kraftsport schon länger als Hobby betrieben hatte. Mein Vorbild war damals Arnold Schwarzenegger.Arnold Schwarzenegger? Der steht für extremes Bodybuilding. Man hat früher völlig falsch trainiert, mit viel zu schweren Gewichten und viel zu häufig.Was genau hat Sie an Schwarzenegger fasziniert? Die großen Muskeln. Klassisches Bodybuilding war in. Jeder wollte so aussehen. Das hat sich inzwischen Gott sei Dank geändert. Wie auch eine Umfrage unter unseren Mitgliedern zeigt. Sportliche Vorbilder sind heute die Klitschko-Brüder, beim Aussehen belegen sie Platz zwei. Auf Platz eins ist Brad Pitt.Die ersten Jahren waren hart für Sie. Die Konkurrenz hatte Sie schon angezählt. Wie gelang Ihnen die Wende? Mit der Entscheidung, ins Ruhrgebiet zu gehen. Wir haben in Bochum, Oberhausen und Essen innerhalb von eineinhalb Jahren drei Filialen eröffnet. Das war der Grundstein für den Erfolg. Von da aus ging es 2001 nach Berlin mit vier Filialen gleichzeitig. Dann expandierten wir in weitere deutsche Großstädte.
Meterhohe Aktenstapel, Fotos von den Kindern, Spielfiguren aus Plastik: Schreibtische sind nicht nur nüchterne Arbeitsfläche, sondern Spiegel der Seele und unserer Gesellschaft. Weil unsere Arbeitswelt im Umbruch ist, wird der eigene Schreibtisch aber zum Auslaufmodell. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsplätzen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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