Süddeutschland

Hoffnung in Baden-Württemberg

S. Prange, K. Ludowig
Auch in den John-Deere-Werken in Mannheim ist der Bedarf an neuen Kollegen für die 3400 Mitarbeiter derzeit eingeschränkt. Der US-Hersteller von Traktoren, Mähdreschern und anderen Maschinen für die professionelle Land-, Bau- und Forstwirtschaft, der laut eigenen Angaben Deutschlands größter Landtechnikhersteller ist, konzentriert sich daher bei der Neueinstellung auf einzelne Einsatzgebiete."Gegenwärtig suchen wir vor allem in den Bereichen Einkauf, Logistik und Arbeitsvorbereitung Hochschulabsolventen, wenn möglich mit Berufserfahrung", sagt Horst Schmiemann, Personalleiter bei John Deere. Er sieht das Unternehmen in der düsteren Wirtschaftslage gut positioniert: "Vor dem Hintergrund der Zunahme der Weltbevölkerung, steigender Lebensstandards und des wachsenden Bedarfs an erneuerbaren Energien ist die Landwirtschaft eine Branche mit Zukunft."Die 28-jährige Wirtschaftsingenieurin Simone Guck stieg direkt nach ihrem Abschluss bei John Deere ein. Schon während ihres Studiums an der FH Mannheim machte sie eine Werksführung und war beeindruckt. "Die Traktoren stehen auf dem Montageband. Von rechts und links werden alle benötigten Bauteile zugeführt - just in sequence", erzählt sie. Damals wollte sie unbedingt mehr erfahren über die Produktionslogistik. Sie bekam die Chance, ihre Master-Arbeit in diesem Bereich zu schreiben, und wurde 2005 übernommen.Seit Anfang 2008 arbeitet Guck nun im Engineering-Team. Sie und ihre Kollegen sorgen dafür, dass die Traktorproduktion reibungslos verläuft. Guck ist zuständig für die Fertigungsprozesse, in denen Zahnräder und Wellen im Traktorgetriebe verbaut werden. Die John-Deere-Werke in Mannheim konnten 2008 einen Produktionsrekord vermelden: 45700 Traktoren liefen dort vom Band, 7000 mehr als im Vorjahr; rund 90 Prozent wurden exportiert.Spezialisierung verbessert Chancen auf JobJe spezialisierter und internationaler ein Bewerber für herausgehobene Positionen ist, desto besser sind seine Aussichten. So lautet das Motto beim Optikspezialisten Carl Zeiss mit Hauptsitz in Oberkochen, mehr als 13000 Mitarbeitern und 2,7 Mrd. Euro Jahresumsatz in der Krise. "Der Nachweis von Internationalität und Flexibilität verbessert die Chancen", sagt Bernhard Just, Personalchef bei Carl Zeiss.Wer dann noch auf die Bereiche Medizintechnik, Mikroskopie und Optronik spezialisiert ist, hat nach wie vor gute Karten. "Der Weg in führende Positionen ist weiterhin offen", bekräftigt Just.Etwas verhaltener als noch vor einem halben Jahr ist die Lage beim Getriebeund Hydraulik-Experten Bosch-Rexroth, der in der Region Stuttgart einige Standorte betreibt. Traditionell gehört die Bosch-Tochter, die in Deutschland mit 18700 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 1,7 Mrd. Euro erwirtschaftet, zu den attraktivsten Arbeitgebern in Süddeutschland. Derzeit erwischt sie aber die Krise."Nach dem Sommer ist die Nachfrage über Nacht eingebrochen", sagt Vorstandschef Albert Hieronimus. "Daher fahren wir aktuell auf Sicht." Die Entwicklung wird abgewartet. Große Sprünge sind da nicht drin. Dennoch will das Unternehmen seine Mitarbeiter weiter wie bisher fördern, ihr Know-how werde bei anziehenden Märkten schnell wieder gebraucht. Lediglich Zeitverträge laufen aus.

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