Unternehmensgründung

Gründer-Ausbildung: Privat schlägt Staat

Stefani Hergert
Die neue Generation junger Unternehmer kommt zum Großteil von Privathochschulen. Nicht etwa, weil dort das Studium besser ist. Sondern weil die Unis das Netzwerken beherrschen, Vorbilder wie die Start-up-Pioniere Oliver Samwer in den Hörsaal holen – und ohnehin schon stärker unternehmerisch denkende Studenten anlocken.

Foto: HHL

Samwer: Ein Vorbild

Wenn Oliver Samwer während der jährlichen Gründerkonferenz an seiner Alma Mater auftritt, ist der Saal an der privaten WHU – Otto Beisheim School of Management nahe Koblenz bis auf den letzten Platz gefüllt. Samwer hat 1999 mit seinen Brüdern das Internet-Auktionshaus Alando und später den Klingeltonanbieter Jamba erst groß und dann damit Kasse gemacht.

Heute finanzieren die Brüder andere Start-ups; für viele ist Oliver Samwer ein Vorbild. Knapp eine Stunde redet er an dem Oktobertag 2011, sagt Sätze wie: "Wir sind geboren im Goldzeitalter – oder im Schlaraffenland für Unternehmer."

Die Botschaft an die jungen Zuhörer ist klar: Gründet selbst! Damit hat er schon in der Vergangenheit überzeugt. Etliche WHU-Absolventen zählen zu den Jungunternehmern der deutschen Internetszene. Die WHU ist eine der Hochschulen mit der lebendigsten Gründerszene.

Entrepreneurship an privaten Unis

Und bestätigt damit eine Regel: Wenn sich überhaupt in Deutschland Hochschulen als Ausbildungsstätten für Jungunternehmer profilieren, dann sind sie meist privat geführt. Den kleinen privaten Hochschulen, die serienmäßig Start-up-Gründer hervorbringen, stehen allenfalls ein paar wenige staatliche Universitäten gegenüber.

Entrepreneurship, also Unternehmertum, haben WHU, Handelshochschule Leipzig (HHL) oder die EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden zum Steckenpferd erkoren: Gründer-Lehrstühle, Vorlesungen, Businessplan-Seminare, Planspiele und – ganz wichtig – Gespräche mit Gründern gehören dazu. Denn sie haben erkannt: Neben inhaltlicher Kompetenz kommt es vor allem auf die Kontakte an.

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