Management

Frauen streben an die Macht

Claudia Obmann
"Homogene Gruppen entwickeln oft einen Korpsgeist, der betriebsblind macht", sagt Top-Headhunter Heiner Thorborg. Frischer Wind durch weibliche Perspektive und Herangehensweise sei nötig. Für smarte Chefs gäbe es gute Gründe, die Kompetenzen beider Geschlechter zu vereinen: um dem Fachkräftemangel zu begegnen und um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Denn das wird deutlich besser, wenn mindestens drei Frauen die Unternehmenskultur des Vorstands beeinflussen. Darin stimmen Studien von McKinsey und der Nichtregierungsorganisation Catalyst überein: Die Firmen mit den meisten Frauen im Vorstand erzielten im Vergleich zu denen ohne weibliche Manager eine bis zu 48 Prozent höhere Umsatzrendite; auch Aktienkurse und Gewinn fallen erheblich höher aus.Und an der renommierten London School of Economics kamen Forscher zu der Erkenntnis, dass die Innovationskraft in gemischten Teams am höchsten ist. Das kann Jean-Claude Le Grand, Personalchef des Kosmetikkonzerns L'Oréal, nur bestätigen: Die meisten Patente stammen aus Laboren, die paritätisch mit Frauen und Männern besetzt sind.Feste ZielsetzungenTrotz aller Argumente beißen Quoten-Befürworter bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen auf Granit. Sie setzen für die überfällige Trendwende auf die Regierungskommission für gute Unternehmensführung unter Leitung von Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller. Offenbar verliert aber selbst der angesichts der Lippenbekenntnisse nun die Geduld: Im Mai wird die Kommission daher Eckdaten benennen, nach denen deutsche Unternehmen ihre Planungen, wie viele Frauen sie im Aufsichtsrat haben wollen, zumindest öffentlich machen und einen Zeitrahmen nennen müssen, in dem sie ihr Ziel erreichen wollen. Personalvermittler Heiner Thorborg: "Wenn dann noch der Druck der Aktionäre wächst, das Potenzial an Frauen auszuschöpfen, stehen die Chancen auch für deutsche Managerinnen gut, die sich an der Spitze beweisen wollen."TIPPS ZUR FRAUENKARRIERESelbstmarketing 
Warten Sie nicht darauf, aufgrund guter Leistungen entdeckt zu werden, sondern sprechen Sie mit Ihrem Chef über Ihre Ambitionen. 
Entschlossenheit
Bevorzugt ein Arbeitgeber bereits auf unteren Ebenen männliche Mitbewerber, wechseln Sie schleunigst. Es wird nicht besser. 
Vernetzen
Erweitern, pflegen und nutzen Sie intern und extern Ihre Kontakte für neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

(Karriere.de / 16.03.2010)
Dieser Artikel ist erschienen am 16.03.2010
  • Unternehmensführung

    Frauen an der Macht

    Frauen auf Karriereleiter

    Frauen wie die Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn, die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller oder Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah haben in ihrem Unternehmen das Sagen. Schon jedes vierte Unternehmen in Familienbesitz wird von einer Frau geleitet – und das soll erst der Anfang sein.

  • Top-Managerinnen

    Chefinnen fordern die Quote

    Bagel

    Sie haben auch ohne sie Karriere gemacht, und sind ganz oben angekommen. Dennoch unterstützen Deutschlands Top-Managerinnen jetzt eine Frauenquote. Ihr Tenor: Zehn Jahre Selbstverpflichtung haben nichts gebracht – wir haben lange genug gewartet!

Der jobturbo: eine suche - alle jobs

Thema des Tages

Büro-Organisation

Allgemeinbildung

Werden Sie eine Fair Company

 

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport