CFO

Erbsenzählen war gestern

Konrad Fischer
Das wiederum macht sich mancher CEO geschickt zunutze, um sich eines Konkurrenten zu entledigen. "Läuft es unternehmerisch schlecht, sind Finanzvorstände ein beliebtes Bauernopfer", sagt Utz Schäffer. Er ist Leiter des Instituts für Controlling an der Wirtschaftshochschule Vallendar. Zwiespältig bewertet er die Tauglichkeit des Finanzvorstandspostens als Karrieresprungbrett. Wo der Finanzvorstand zum CEO wird, steckt oft der Wunsch dahinter, dass alles so weitergehen möge wie bisher.Das heißt umgekehrt: Verlässt der Vorstandschef seinen Posten im Streit, hat sich auch die Karriereperspektive für seinen Finanzchef erledigt. "Entlassene Finanzvorstände kommen nur sehr selten auf eine vergleichbare Position", beobachtet Schäffer. Und mit vier Jahren ist die durchschnittliche Amtsdauer bei Dax-Konzernen sehr gering, danach folgt oft ein Dasein als freischaffender Berater.Auch für Unternehmen in Schieflage hat es oft nichts Gutes zu bedeuten, wenn der Finanzvorstand die Geschäfte übernimmt. Schließlich ist die Aufgabe, mit der er sich am besten auskennt, immer noch die Betreuung von Transaktionen. Und im schlechtesten Fall bedeutet das: die Abwicklung des eigenen Unternehmens.Anforderungen sind ein Betriebswirtschaftsstudium, gerne auch ein Doktortitel oder MBA-Abschluss, mehrjährige Berufs- und Führungserfahrung im Bereich Finanzen/Controlling und Risikomanagement sowie gute Englischkenntnisse.Empfohlen wird Kommunikations- und Führungsstärke zu trainieren und früh Verantwortung zu übernehmen, etwa als stellvertretender Abteilungsleiter. Mit internationalen Fortbildungen etwa zum Chartered Financial Analyst lässt sich Weitblick beweisen. Zudem sollten zusätzliche IT-Kenntnisse erworben werden. Der Unternehmenswechsel sollte strategisch angegangen werden. Grundsätzlich ist ein Wechsel erst auf einer höheren Karrierestufe sinnvoll, weil sonst das interne Netzwerk und das unternehmensspezifische Wissen verfrüht aufgegeben werden. Wer es an die Spitze eines Dax-Konzerns bringen will, muss aber gehen - denn der CFO als Hausgewächs ist ausgestorben.Gehalt Ein CFO mit fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung verdient je nach Firmengröße zwischen 83000 und 143 000 Euro brutto jährlich. Die Spitzenverdiener mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung bekommen in Großunternehmen pro Jahr 464 000 Euro.Interview mit dem Autor der Studie unter: karriere.de/cfo
Dieser Artikel ist erschienen am 29.04.2010

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