Managerinnen

Diese Frauen sollte man im Auge behalten

Jürgen Salz, Jürgen Berke, Mario Brück, Mark Fehr, Anke Henrich, Martin Seiwert, Peter Steinkirchner und Claudia Tödtmann | wiwo.de
Welche weiblichen Führungskräfte es – vielleicht schon 2012 – in die Vorstände und Aufsichtsräte großer deutscher Unternehmen schaffen können.

Foto: ArTo/Fotolia

Konzerne werden gezwungenermaßen weiblicher

Im November verschickte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger blaue Briefe. Die internen Schreiben gingen an all die Geschäftsbereiche, die bei der Beförderung von Frauen auf Spitzenpositionen den internen Vorgaben hinterherhinkten. Zu den Empfängern zählten etwa T-Systems und die Telekom Deutschland GmbH.

Konzernchef René Obermann macht Druck. Er will deutlich mehr Frauen in Führungspositionen sehen. Mit Claudia Nemat, die im Vorstand bereits das Europa-Geschäft verantwortet, und Marion Schick, die 2012 Sattelberger als Personalvorstand nachfolgen wird, werden dem achtköpfigen Telekom-Vorstand künftig zwei Frauen angehören.
 
Die Unternehmen werden weiblicher. In nahezu allen Konzernen schwören die Chefs, künftig mehr Frauen zu befördern. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen droht mit einer Frauenquote; die EU-Kommission ebenfalls. Personalberater fahnden intensiv nach Kandidatinnen für Führungsposten, Vorstände und Aufsichtsräte – und klagen hinter vorgehaltener Hand darüber, dass sich oft nicht genügend Frauen finden.

Erste Vorstandsfrauen

Viele Chefs wehren sich gegen eine gesetzliche Quote und setzen lieber auf Freiwilligkeit. "Wohin soll ich all die Männer aussortieren?", fragte Daimler-Chef Dieter Zetsche in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", "alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei werden?"

Noch Anfang 2010 war die Schweizerin Barbara Kux von Siemens die einzige Frau in einem Dax-Vorstand. Inzwischen sind mit den Telekom-Frauen Nemat und Schick, Brigitte Ederer (ebenfalls Siemens), Regine Stachelhaus (E.On), Kathrin Menges (Henkel), Margret Suckale (BASF), Christine Hohmann-Dennhardt (Daimler), Angela Titzrath (Deutsche Post) und Helga Jung (Allianz) weitere neun Frauen dazugekommen.

  • BASF-Vorstand Suckale

    Die Vorstandsfrau des Jahrhunderts

    Für die Bahn befriedete Margret Suckale einst den Lokführerstreik. Bei dem Chemiekonzern leitet sie jetzt den Mega-Standort Ludwigshafen und das Personal-Ressort. Die erste BASF-Vorstandsfrau ist überall im Werk zu finden. Nach außen bleibt sie allerdings merkwürdig blass.

  • Aufsichtsräte

    Parteiübergreifendes Bündnis fordert Frauenquote

    Parlamentarierinnen aller Fraktionen sammeln Unterschriften für eine gesetzliche Frauenquote. Sie stemmen sich damit gegen die Politik von Familienministerin Schröder.

  • Gleichstellung

    Freiwillig zu mehr Frauen im Management

    Die Dax-Konzerne haben sich verpflichtet, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Damit ist die gesetzliche Frauenquote zunächst vom Tisch.

  • Porträt Monika Schulz-Strelow

    Die Frau hinter der Frauenquote

    Monika Schulz-Strelow ist Berlins Top-Lobbyistin für die Frauenquote. Die Vorsitzende des Vereins Frauen in die Aufsichtsräte (FidAr) beherrscht das Spiel mit der Macht.

  • Mehrwert durch Diversity

    Auftrumpfen mit personeller Vielfalt im Unternehmen

    Unternehmen, die jenseits der Quotendiskussion dem Leistungsgedanken verpflichtet sind, bilden vielseitig orientierte und damit erfolgreichere Teams. Das beweisen die Sieger des ersten Deutschen Diversity Preises von McKinsey, Henkel und WirtschaftsWoche.

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