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Die Regionen der Zukunft
"Aber man braucht hier nicht so ein hohes Gehalt", betont Ulrich Geissler, der Wirtschaftsförderer der Stadt. Mit 20 Prozent weniger Einkommen als in den Metropolen habe man hier den gleichen Lebensstandard. Der Quadratmeterpreis liegt bei fünf Euro: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet 430 Euro warm. Das hat auch mit der DDR-Geschichte zu tun, die noch an jeder Ecke sichtbar ist: Frisch sanierte Altbauten neben leerstehenden Gebäuden mit zugenagelten Fenstern, die oft nur noch abgerissen werden können. "Ungleichzeitigkeit der Entwicklung" nennt Geissler das. Die Innenstadt wurde in den letzten zehn Jahren für insgesamt 500 Millionen Euro neu gebaut. So sind scharfe Kontraste wie auf dem Marktplatz entstanden, mit dem alten Rathaus neben der neuen verspiegelten Kaufhof-Fassade. Der vor sechs Jahren aus Frankfurt am Main Zugezogene lobt: "Das macht uns hier so schnell keiner nach."
Weitere Wege in die Moderne geht die Industriestadt Chemnitz und die Wirtschaftsregion um sie herum mit dem Aufstieg der erneuerbaren Energien. Die Deutsche Solar AG, Tochter der Solarworld aus Bonn, hat ihren Platz in Freiberg gefunden, auf halber Strecke zwischen Chemnitz und Dresden. Christian Löbel arbeitet dort als Prozessingenieur. Der 25-Jährige hat in Freiberg Maschinenbau studiert, sein Spezialgebiet ist die regenerative Energieversorgung. "Entwicklungsingenieur bei Siemens hörte sich auch verlockend an. Aber ich habe mich gegen das Großraumbüro im Großunternehmen entschieden", erklärt er seine Entscheidung, da zu bleiben, wo auch seine Familie und seine Freundin wohnen. Er ist hier fest verwurzelt. Große Städte besucht er zwar gerne, möchte aber nicht in einer leben müssen.
Die Deutsche Solar AG sucht vor allem Ingenieure und Naturwissenschaftler, in der Fertigungshalle arbeiten hauptsächlich Männer. Löbel ist Prozessingenieur der Kristallisation, dem Prozess, der aus dem Rohsilizium das Material für Solarzellen schafft. "Das große Wachstum des Unternehmens hat mich gereizt", erzählt er. Und die Überschaubarkeit von Freiberg, ohne den Stress und die vielen Menschen. Er sagt das ganz ruhig, und man kann sich gut vorstellen, wie gerne er an den Wochenenden seine Zeit im Park verbringt und entspannt ein Buch liest. "Ins Erzgebirge kann man eine Radtour machen, im Winter gehen wir da Ski fahren."
Für Sachsen spricht also mehr, als man zunächst denkt, vor allem wenn man noch nie dort war. Karl Marx war auch nie in Chemnitz. Heute üben die Skater von seinem Sockel ihre Sprünge. Und zeigen, dass man Vergangenheit und Zukunft auf ganz eigene Weise verbinden kann.
Und nü? Ein kleiner Kurs Sächsisch für Anfänger
Daach!: Hallo!
Duhsdämah eingoofn gehn?: Gehst du einkaufen?
Ebend: genau, stimmt, sehe ich genauso
Eggsdahse: das höchste aller Gefühle
Färrdl säggse: 17.15 Uhr
Ei forrbibbch!: Na, so was aber auch!
Jetze: jetzt, sofort
Gaffee dringgn: Kaffee trinken
Gall Maxx: ehemaliger Namensgeber der Stadt
geene: keine
Leibsch: Leipzig
Roster: Bratwürstchen im Brötchen
Nü?: kaum zu übersetzen, sinngemäß "nicht wahr?", aber auch "jetzt?"
Sä währn enschulldchn (auch: Barrdong!): Entschuldigen Sie bitte
"We wisch ju a plesant dschörni": Gute Reise (im Zug oder für englischsprachige Gäste)
Tatsache ist, dass niemand, der nicht aus Sachsen kommt, den Dialekt so echt nachahmen kann, dass ein echter Sachse das nicht raushören würde. Duhn das nuh alle forschdehn?
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