Sie sind gut ausgebildete Ärzte, Ingenieure und Computerexperten, doch in ihrer Heimat haben sie beruflich keine Zukunft. Immer mehr junge Spanier, Griechen und Portugiesen drängen deshalb nach Deutschland. Und berichten von ihren ersten Erfahrungen.
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Foto: Adam Gregor/Fotolia
Neue Chance Europa
Sie hat es so satt, sich mit Nebenjobs durchzuschlagen. Statt weiter Versicherungen an der Haustür zu verkaufen oder Supermarkt-Kunden neue Produkte schmackhaft zu machen, verlässt die junge spanische Architektin Cristina Garcia jetzt ihre Heimat. Richtung Deutschland. Um endlich eine Stelle zu finden, die ihrem Bildungsniveau entspricht.
Dafür lässt sie Freunde und Familie zurück. Der Flug ist gebucht, ihr Koffer gepackt. Von der Uni in die Arbeitslosigkeit: Drei Jahre hat die Spezialistin für nachhaltige Städteplanung und Erneuerbare Energie daheim vergeblich eine Stelle gesucht.
Sie klapperte nahezu alle Architekturbüros in Madrid ab, doch "viele hatten zugemacht, die übrigen reduzierten Stellen und Gehälter, um zu überleben", berichtet die 29-Jährige. Dann las sie, dass in Deutschland junge Akademiker knapp sind, und so entschloss sich Garcia, am Goethe-Institut Deutsch zu pauken, um sich dann im Ausland zu bewerben.
Bestens ausgebildete Südeuropäer
Mehrsprachig, international erfahren – Cristina Garcia gehört zur bisher am besten ausgebildeten Generation von Südeuropäern, geradezu prädestiniert dazu, am Aufbau einer modernen Gesellschaft mitzuwirken.
Doch nun will sie wie viele andere junge Ärzte, Ingenieure und Computerfachleute nur noch weg. Denn in Spanien, Griechenland, Portugal und Italien schaffen sie oft nicht den Sprung ins Berufsleben. Im Gegenteil, die jungen Spanier werden von hren Landsleuten inzwischen als "Generation Null" bezeichnet, weil sie wegen der Wirtschaftskrise und der Beschäftigungsstruktur kaum Chancen am Stellenmarkt haben.
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