Titelschwindel

Chinesischer Top-Manager am Pranger

Finn Mayer-Kuckuk
Wegen des superschnellen Wachstums der chinesischen Wirtschaft ist die Nachfrage nach Hochqualifizierten enorm hoch. Dazu kommt, dass sich die Chinesen nach Jahren des Sozialismus derzeit leicht von der Aussicht auf schnelles Geld verführen lassen. Beobachter des chinesischen Gegenstücks zur Wikipedia, Hudong Wiki, berichten von Korrekturen an den Einträgen zu über 100 bekannten Wirtschaftsführern.Sie passen die Behauptungen zu ihrem akademischen Hintergrund an, der zumeist kräftig aufgehübscht war. Immer öfter taucht dort nun statt MIT, Harvard, Yale und Caltech die ominöse Pacific Western University auf. Fang, der Jäger der Mogeldiplome,  wird also vermutlich gut beschäftigt bleiben.„Einige Leute sind besessen davon, ihre tollen Büros mit Abschlussurkunden westlicher Unis zu schmücken“, sagt Sang Peng, Leiter des Pekinger Überseestudienamtes, dem chinesischen Gegenstück zum DAAD, der Zeitung „China Daily“. Hauptkunden der Schwindelunis seien überehrgeizige Karrieremanager.Als Leiter der staatlichen Ausbildungskomission habe er schon vor zehn Jahre einer Organisation das Handwerk gelegt, die in Peking einen schwunghaften Handel mit dubiosen US-Abschlüssen betrieb. Die Studenten mussten nur einen Wochenendkurs besuchen und bekamen nach Zahlung von rund 10.000 Euro eine toll aussehende Promotionsurkunde aus den USA.„Einige der Doktoranden sprachen nicht einmal Englisch“, erinnert sich Sang.Lesen Sie mehr zum Thema "Arbeiten in China":
Arbeit in China: Uncle Hu wants you
Dieser Artikel ist erschienen am 22.07.2010

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