Arbeit in China: Uncle Hu wants you


Sowohl die chinesische Regierung als auch ausländische Firmen haben Bedarf an Fach- und Führungskräften aus dem Ausland. Doch es geht nicht nur um Arbeit - viele kommen, um zu bleiben.

Ein asiatischer Geschäftsmann zeigt mit dem Zeigefinger auf den Betrachter Chinas Wirtschaft sucht Fachkräfte Foto: © Shirley - Fotolia.com

Nudelsuppe statt Butterbrot und Karaoke-Bar statt Biergarten - wer Lust auf Exotik hat, dem bieten sich in China berufliche Chancen. Gerade wurde unter Regierungschef Hu Jingtao das "Nationale Programm für die mittel- und langfristige Personalentwicklung" beschlossen. Damit sollen rund 2 000 im Ausland ausgebildete Chinesen und westliche Fachkräfte angeworben werden.

"Die chinesische Regierung sucht gezielt gut ausgebildete ausländische Arbeitskräfte, weil das angestrebte Wirtschaftswachstum nicht allein mit einheimischem Personal erzielt werden kann", sagt Andreas Opitz, Geschäftsführer des Bundes der Auslands-Erwerbstätigen (BDAE). Denn bald schon soll die Volksrepublik zur zweitgrößten Ökonomie der Erde hinter den USA aufrücken; schon jetzt ist das Riesenreich mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern die umsatzstärkste Maschinenbaunation und der weltgrößte Automarkt.

Fördern statt gängeln

Ausländer sollen künftig von langfristigen Aufenthaltsgenehmigungen und Steueranreizen sowie durch mehr Unterstützung für ihre Familien profitieren, die sich bislang oft wie im Ghetto oder von den Staatsdienern gegängelt fühlen. Beste Einstiegschancen haben Projekt- und Qualitätsmanager, Produktionsleiter oder Vertriebsprofis aus Fahrzeug-, Anlagen- und Maschinenbau sowie aus Umwelt-, Medizin- und Energietechnik.

Da sich gleichzeitig immer mehr deutsche und westliche Firmen in China ansiedeln, die ebenfalls händeringend versierte Kräfte suchen, haben zum Beispiel Ingenieure die Qual der Wahl beim Surfen durch die Stellenbörse der deutsch-chinesischen Außenhandelskammer: Soll es ein Posten bei Conti, ThyssenKrupp oder Volkswagen sein oder lieber beim chinesischen Telekommunikationsmulti Huawei oder dem Solartechnologieriesen Himin Solar? Allein die Zahl deutscher Unternehmen in China liegt schon bei über 3 700 und gerade erst hat die Expo einen neuen Schwung ins Land gebracht. Sie alle suchen qualifiziertes Personal - vorzugsweise mit deutscher Arbeitsmoral und chinesischen Sprachkenntnissen.

Schon halten Wirtschaftsregionen Ausschau nach Verstärkung. So offeriert das Industriezentrum Ningbo über die Bundesarbeitsagentur freie Positionen. Ein Treffen von 20 deutschen Bewerbern mit chinesischen Arbeitgebern hat Jun Zuo, Inhaber der Aachener Agentur Chima, jüngst in Köln arrangiert. Zuo, der im Regierungsauftrag chinesische Reisegruppen betreut, sagt über die Einstellungspraxis seiner Landsleute: "Chinesische Unternehmen arbeiten lieber mit staatlichen Partnern zusammen und nicht mit privaten Personalvermittlern wie in Europa."

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3 Kommentare zu “Arbeit in China: Uncle Hu wants you”


von F. Lech am 19.08.2010 05:11 Uhr



von P.Wein am 03.08.2010 14:11 Uhr



von J.Rosendahl am 30.07.2010 17:20 Uhr



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