Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Stipendium angeln
Foto: by-Sassi/pixelio.de
Geld fürs Studium

Wie man sich ein Stipendium angelt

Ulrike Heitze, Handelsblatt Karriere Abi
Einmal nett gefragt und schon schenkt einem ein freundlicher Mensch Geld fürs Studium? Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber fast. Hier ein paar Tipps von der Karriere Abi-Redaktion für eine erfolgreiche Bewerbung.
• Sich einfach trauen.
Auch wenn manche Ausschreibung deftige Anforderungen formuliert, sollte man sich nicht abschrecken lassen, solange man die Bedingungen halbwegs erfüllt. Die Stipendiengeber skizzieren hier schließlich ihren Idealbewerber. Viele, meist kleinere Stiftungen – nach Schätzungen der Stipendiendatenbank myStipendium sind es 20 Prozent – finden oft gar nicht genug Kandidaten, weil ihnen zum Beispiel das Geld für Werbung fehlt. Dort stehen die Chancen deutlich besser als bei den Begabtenförderwerken, bei denen sich Zehntausende bewerben.

• Auf Termine achten.
Die meisten Stiftungen entscheiden über die Vergabe nur ein- oder zweimal im Jahr. Wer den Stichtag verpasst, muss auf die nächste Runde warten. Ärgerlich. Nicht alle Stipendiengeber nehmen aber schon Bewerbungen von Schülern an.

• Zeit einplanen.
Die Bewerbung um ein Stipendium ist nichts für jene, die eine schnelle Finanzspritze brauchen. Die Begabtenförderwerke benötigen für ihre Bewerbungsrunden schnell mal einige Monate. Kleinere Stiftungen fällen ihre Entscheidungen dagegen oftmals binnen weniger Wochen.

• Auf den Stipendiengeber eingehen.
Alle Stiftungen und Unternehmen haben Werte und Überzeugungen. Die sollten sich im Lebenslauf, im Motivationsschreiben und im persönlichen Gespräch wiederfinden. Max Borreck, Mitautor eines Stipendienratgebers ("Der Weg zum Stipendium", Verlag squeaker.net) empfiehlt die you-me-we-Struktur: Warum bewerbe ich mich gerade bei dieser Stiftung? Warum bin ich für diese Stiftung der richtige Bewerber? Welche gemeinsamen Ziele hilft mir das Stipendium zu erreichen? Standardisierte Massenbewerbungen haben dagegen wenig Aussicht auf Erfolg. Ebenso unvollständige und fehlerhafte Unterlagen.

• Sich gut verkaufen.
Also: Stärken hervorheben, mit Schwächen hinterm Berg halten – ohne zu lügen. Vielen Stipendiengebern ist soziales Engagement bei ihren Kandidaten wichtig. Das sollte man belegen können. Niemand erwartet aber Wunder. Wer bei der Pflege der Großmutter hilft, mit Nachbarskindern Mathe paukt, Klassensprecher war oder Schul-AGs gemanagt hat, hat schon gezeigt, dass er sich einsetzt und Verantwortung übernehmen kann. 

• Üben.
Wie jeden Bewerbungstermin sollte man auch Auswahlgespräche gut vorbereiten. Ihre Elemente ähneln oft denen von Assessment-Centern, lassen sich also entsprechend trainieren. Die Webseiten der Stiftungen informieren meist, was grob auf einen zukommt und was erwartet wird. 

• Auch Kleinvieh würdigen.
Natürlich ist es schöner, mit einer richtig großen monatlichen Summe gesponsert zu werden. Aber darum balgen sich naturgemäß sehr viele. Büchergutscheine, kostenlose Internetzugänge oder kleinere Einmalbeträge tun einer geplagten Studentenkasse auch gut – und sind oft weniger heiß umkämpft.

Zudem können einen ideelle Stipendien etwa in Form von Netzwerken, Coachings, Sprachkursen oder Praktika unter Umständen viel weiter bringen als Bargeld. Egal, welche Form der Förderung man erwischt: Alle machen sich gut im Lebenslauf.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.05.2013


Foto: Gerd Altmann/Shapes:dezignus.com / pixelio.de

Aktion "Chef zu gewinnen"