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Uni-Alltag

Studieren am A… der Welt

Interviews: Angela Neumann
Wie lebt und lernt es sich in kleinen Hochschulstandorten? Alles im grünen Bereich? Oder worauf muss man verzichten? – Studierende und Professoren haben uns berichtet, wie hart ihr Los wirklich ist.
"Der größte Vorzug des Studierens in einer kleinen Stadt liegt wahrscheinlich darin, dass die Lerngruppen signifikant kleiner sind als in Großstädten. Kleine Gruppen sind hervorragend geeignet, um unsere Studierenden für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Oder wie es auf Neudeutsch heißt: für eine gute Employability zu sorgen."

Prof. Dr. Markus Peter, 39, Professor und Studiendekan beim Taxmaster, lehrt BWL, Steuerlehre und Internationales Steuerrecht, Hochschule Aalen

"Meine Zeit hier ist und war sehr schön. Ich habe Freundschaften fürs Leben gefunden und kann mittlerweile sagen, dass ich mich hier in Clausthal-Zellerfeld richtig zuhause fühle. Wenn man ein Auto hat, lässt es sich hier gut leben. Alles, was man braucht, findet man hier und wenn man doch mal etwas Stadtluft schnuppern will, fährt man zum Shoppen nach Goslar."

Madeline Pagenkemper, 23, Betriebswirtschaftslehre (Bachelor), Technische Universtität Clausthal, Clausthal-Zellerfeld

"Ich habe die ersten zwei Semester in Frankfurt gewohnt, um Leute kennenzulernen. Wir hatten viel Spaß, aber nach einem Jahr hatte ich auch alles gesehen. Jetzt pendel ich wie viele andere aus Berlin. Auch wenn Frankfurt nicht die schönste Stadt ist, kann ich die Uni sehr empfehlen. Ich bereue es überhaupt nicht, hier zu studieren."

Marcus Indetzki, 28, Betriebswirtschaftslehre (Bachelor), International Business Administration (Master) an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder

"In Birkenfeld haben wir in unserem kleinen Mikrokosmos gelebt. Es gab ein Café und eine Bar und sonst nichts. Im Nachhinein weiß ich gar nicht, wie ich das ausgehalten habe, aber ich glaube, es lag an unserer ziemlich coolen WG. Wir hatten ständig Besuch. Jeder kannte jeden. Das war sehr intensiv. Ich habe mich nie alleine gefühlt."

Ann-Marie Hartmann, 28, Umwelt- und Betriebswirtschaft (Bachelor), Fachhochschule Trier, Campus Birkenfeld, Nachhaltiges Tourismusmanagement (Master), Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde

"Mir hat es nichts ausgemacht, in einer kleinen Stadt zu studieren. Man kommt schnell überall hin und an der FH waren wir nicht nur eine Matrikelnummer. Die Professoren kannten ihre Studenten. Außerdem ist die Dichte an guten Dönerläden in Recklinghausen überragend."

Edgar Eichenauer, 26, Chemie (Diplom), Fachhochschule Recklinghausen

"Als ich das erste Mal durch die Innenstadt ging und nach fünf Minuten das Gefühl hatte, alles gesehen zu haben, wollte ich sofort wieder zurück in meine Heimatstadt. Landau ist wirklich eine sehr kleine und gemütliche Stadt, aber das war genau das Richtige für mich. Meine geniale WG und die tollen Freunde, die ich in Landau gefunden habe, haben das Studentenleben so großartig gemacht, dass ich die Ortswahl nie bereuen würde."

Nadine Fuß, 27, Lehramt für Sonderpädagogik (Staatsexamen), Universität Koblenz-Landau, Campus Landau


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Aktion "Chef zu gewinnen"