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Auf die Plätze, fertig, los!

Teil 5: Auslandsfragen und Klageverfahren

Kann ich auch im Ausland studieren?

Aber klar. Gut jeder dritte Student verbringt schon eine gewisse Zeit zum Lernen im Ausland oder absolviert sogar sein komplettes Studium dort. Die beliebtesten Länder sind Österreich, die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz und die USA. In einigen Ländern, wie etwa in Österreich und den Niederlanden, bestehen für viele Fächer kaum Zulassungsbeschränkungen. So kann ein Auslandsstudium auch eine Option für hierzulande abgelehnte Bewerber sein. Österreich war deshalb lange Zeit das Eldorado für Nachwuchsmediziner. Mittlerweile hat der Alpenstaat aber für begehrte Fächer wie Medizin und Architektur mehrstufige Aufnahmeverfahren oder eine zentrale Studienplatzvergabe eingeführt.

Tipp: Wer in der EU oder der Schweiz studiert, kann deutsches Auslandsbafög erhalten – auch wenn er komplett im Ausland studiert. Ein Studium außerhalb der EU und der Schweiz wird dagegen nur gesponsert, wenn dies auf ein hiesiges Studium angerechnet wird, man also einen deutschen Abschluss macht.

Nützliche Links: 
Auslandsinfos der Bundesagentur für Arbeit 
Infos des DAAD
Speziell für Österreich
Speziell für die Niederlande 


Ich soll eine Mappe anfertigen. Was muss ich machen?

Mappen mit Zeichnungen, Bildern und Fotos oder andere Eignungstests kommen hauptsächlich in den musischen und sportlichen Fächern vor. Die Hochschule möchte feststellen, auf welchem Leistungsniveau sich Kandidaten befinden und wie intensiv er oder sie sich mit dem Studienfach schon beschäftigt hat. Hier gilt es unbedingt, Qualität abzuliefern. Mal eben etwas zusammenzuzimmern oder untrainiert beim Sporttest anzutreten ist sinnlos. Deshalb früh genug mit der Vorbereitung anfangen. Infos zu den formalen Anforderungen etwa an eine Mappe erhält man am Lehrstuhl, es lohnt aber auch, sich bei höheren Semestern umzuhören. Zudem gibt es Dienstleister, die Mappenkurse anbieten oder auf den Sporteignungstest vorbereiten.


Kann mir eine Klage zu einem Studienplatz verhelfen?

Der Erfolg einer Klage ist immer stark vom Einzelfall abhängig. Wer zum Beispiel statt an der Wunschuni nur an der zweit- oder drittliebsten Hochschule gelandet ist, wird wenig meckern können. Hier hilft eher ein Studienplatztausch. Ein möglicher Weg, sich einzuklagen, geht über die "außerkapazitäre Zulassung". Dabei muss die ablehnende Hochschule nachweisen, dass sie alle ihre Kontingente ausgeschöpft hat und partout kein Platz mehr für den Bewerber übrig ist.

Aussicht auf eine erfolgreiche Klage könnte es dann zum Beispiel geben, wenn auch nach den Nachrückverfahren noch Plätze frei geblieben sind.

Tipp: Bei der Studentenvertretung der angepeilten Hochschule nachhaken, wie die Erfahrungen mit solchen Klagen sind. Auf jeden Fall sollte man einplanen, dass so etwas wegen der Anwaltskosten teuer werden kann.
Dieser Artikel ist erschienen am 28.05.2014


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