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Hochschultypen

Viele Wege führen zum Ziel

Kirstin von Elm
Abiturienten können aus vielen verschiedenen Hochschul- und Ausbildungstypen wählen, um sich für ihren Start in den Beruf zu qualifizieren. Eine Übersicht über die gängigsten Wege in den Job.
Universität.
Das Studium an einer Universität gilt als sehr breit angelegt und soll auch auf eine wissenschaftliche Laufbahn etwa als Professor vorbereiten. Deshalb wird den theoretischen Grundlagen eines Faches viel Zeit eingeräumt. Studiengänge, die mit dem Staatsexamen abschließen wie Medizin und Jura, gibt es nur an Unis. Auch ein Doktortitel lässt sich nur dort erwerben. Für den Uni-Besuch nötig: die Hochschulreife.

Fachhochschule.
Das Studium an Fachhochschulen (FHs) oder Hochschulen für angewandte Wissenschaft ist praxisorientierter als an Universitäten, auch wenn letztere auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt haben. Praktika oder Praxissemester sind an FHs meist Pflicht, gelernt wird in kleineren Gruppen, auf dem Lehrplan steht auch das Training von Fähigkeiten wie Kommunikationsstärke oder Projektmanagement. Voraussetzung für den Besuch ist die Fachhochschulreife.

Duale Hochschule.
Duale Hochschulen kombinieren Praxisphasen in einem Unternehmen mit einem Theorieteil an der Hochschule. Statt der klassischen Semesterferien – in denen der duale Student dann im Unternehmen arbeitet – gibt es Urlaub. Die Bewerbung erfolgt direkt über die ausbildende Firma. Diese zahlt eine monatliche Ausbildungsvergütung. Zum Teil kann sogar parallel zum Bachelor- ein klassischer Berufsabschluss erworben werden, wie etwa zum Mechatroniker oder zur Industriekauffrau.

Betriebliche Ausbildung.
Die Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Beruf erfolgt meist im dualen Verfahren. Den Praxisteil der mehrjährigen Lehre verbringt man im Unternehmen, das einem eine Ausbildungsvergütung zahlt. Die theoretischen Grundlagen werden an Berufsschulen vermittelt, die die Azubis ein- oder mehrmals pro Woche oder in Blockphasen besuchen. Am Ende der Lehrzeit stehen Abschlussprüfungen an.

Private Hochschule.
Rund 90 deutsche Hochschulen, davon fast 80 FHs werden von privaten Trägern betrieben. Private Hochschulen müssen staatlich zugelassen werden, der Abschluss dort zählt genauso viel wie an einer staatlichen. Oft bieten die Privaten kleine Spezialstudiengänge oder innovative Lernkonzepte an. In der Regel finanzieren sie sich über Studiengebühren, die mitunter nicht zu knapp ausfallen.

Kunst- oder Musikhochschule.
Diese Spezial-Hochschulen bieten eine kleine Auswahl künstlerischer Studiengänge für handverlesene Studenten an. Bewerber müssen ihr Talent im Rahmen einer strengen Aufnahmeprüfung beweisen. Um etwa an einer Musikhochschule genommen zu werden, muss man mindestens ein Instrument bereits sehr gut beherrschen.

Verwaltungsfachhochschule.
Wer eine Laufbahn in der öffentlichen Verwaltung anstrebt, beispielsweise bei der Polizei, im Finanzamt oder bei der Rentenversicherung, absolviert den theoretischen Teil seiner Ausbildung an einer Verwaltungsfachhochschule.

Fernhochschule.
Bis auf die staatliche Fern-Uni Hagen bieten nur private Hochschulen ein Fernstudium an. Gelernt wird meist anhand von Lernbriefen, zunehmend aber auch online. Präsenzveranstaltungen sind selten, Prüfungen werden unter Aufsicht abgelegt. Im Angebot: meist Bachelor- und Masterabschlüsse aus Wirtschaft und Technik.
Dieser Artikel ist erschienen am 31.05.2013