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Bewerbung
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Studienstart

Neuwahl nach dem ersten Schock

Ulrike Heitze, Handelsblatt Karriere Abi
Zäher Stoff, Erfolgsdruck, Heimweh – manchmal gelingt der Start ins Studium oder in die Lehre nicht so wie erhofft. Droht aus einem vorübergehenden Durchhänger Dauerfrust zu werden, lässt sich Schritt für Schritt gegensteuern. Hier einige Ideen, um Dampf aus dem Kessel zu lassen.
Für Abwechslung sorgen.
Nicht jeder Kurs reißt einen von den Sitzen. Gerade in den ersten Semestern steht oft abstraktes - und damit ödes - Grundlagenwissen auf dem Lehrplan. Solche Veranstaltungen werden erträglicher durch ein bisschen Farbe im Rest der Fächer. Bei Sprachkursen oder spannenden Veranstaltungen aus anderen Fachbereichen lassen sich neue Leute und neue Sichtweisen kennenlernen.

Gleichgesinnte suchen.
Nach dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" lassen sich schlechte Phasen besser im Team durchstehen. Oft kann auch eine neue Lerngruppe hilfreich sein.

Tempo rausnehmen.
Nichts gegen gesunden Ehrgeiz, aber wer das Studium in Rekordzeit absolvieren will, überfordert sich leicht, so dass plötzlich gar nichts mehr geht. Dabei ist den Unternehmen, wie Studien belegen, gar nicht so wichtig, dass Bewerber schnellstens fertig werden. Passable Noten, sinnvolle Praktika und Auslandserfahrung rangieren zum Beispiel viel höher. Deshalb: Statt jedes Buch und jeden Kurs bloß auf „Klausurrelevanz“ und Credit-Tauglichkeit abzuchecken, lohnt es sich, in spannende Inhalte auch mal tiefer einzusteigen, Auszeiten für interessante Projekte zu nehmen oder einfach mal fürs eigene Wohlbefinden einen Gang runterzuschalten.

Umziehen.
Möglicherweise liegt es eher am Ort als am Fach, wenn sich ein Studium falsch anfühlt. Großstadtpflanze und Landluft passen vielleicht doch nicht so gut zueinander oder die Massen-Uni ist nichts für Zartbesaitete. Mitunter lohnt sich ein Umzug. Selbst in zulassungsbeschränkten Studiengängen ist ein Hochschulwechsel möglich. Angebot und Nachfrage treffen sich in Online-Tauschbörsen wie www.studienplatztausch.de oder www.uni-pur.de sowie an den schwarzen Brettern der Unis.

Anderen Hochschultyp ausprobieren.
Das Uni-Studium ist zu trocken und zäh? Dann kann der Wechsel an eine praxisorientiertere Fachhochschule sinnvoll sein. Auch wer an der Uni endgültig durch eine Prüfung gerauscht ist, darf sich in der Regel in diesem Fach an der Fachhochschule noch mal neu einschreiben. Auch private Hochschulen bieten oft innovative, aber kostenpflichtige Studienmodelle, die vielleicht besser zu einem passen. Tipp: Bei den Prüfungsämtern checken, welche Studienleistungen anerkannt werden.

Fach überdenken.
Trotz intensiver Recherche im Vorfeld kann es einem durchaus passieren, dass sich das Studienfach inhaltlich als komplett anders darstellt als erwartet. Wer sicher ist, dass er seine berufliche Zukunft nicht weiter mit diesem Thema verbringen möchte, sollte umsatteln. Abzuklären wäre: Erlaubt die Hochschule den Fächertausch? Erfüllt man die Zulassungsvoraussetzungen? Sind im Wunschfach Plätze frei? Welche Leistungen werden angerechnet?

Darreichungsform ändern.
Das Thema passt, aber das Lernen an der Uni nicht? Eine Idee wäre dann der Wechsel in eine thematisch ähnliche Lehre. Das benötigt ein bisschen Vorlaufzeit, weil Ausbildungen traditionell im Spätsommer starten. Interessierte Unternehmen sind aber gerne bereit, über Zwischenlösungen, etwa mittels vorgeschalteter Praktika, zu verhandeln.
Dieser Artikel ist erschienen am 31.05.2013