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Flüchtlinge in Studium und Arbeitsleben
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Flüchtlinge und Arbeitsmarkt

Vielfach ein Gewinn für die Praxis

AK
Studenten sammeln Praxiserfahrungen mit Flüchtlingen, Flüchtlinge sammeln Praxiserfahrungen bei Unternehmen und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sieht Chancen für Jobsuchende rund um die Flüchtlingshilfe.
Bis zu 170 Erstsemester können sich im Dezember an einer Aktion der Würzburger Uni beteiligen und sich aktiv für Flüchtlingsprojekte engagieren. Dazu aufgerufen hat Prof. Heinz Reinders, Lehrstuhlinhaber für Empirische Bildungsforschung, weil Hilfsorganisationen bei ihm angeklopft hatten.

"Der Bedarf war als Allererstes vorhanden", erklärt er. Das jetzige Projekt, von dem auch Flüchtlinge profitieren, die auf dem Unigelände untergebracht sind, falle an der Uni Würzburg aber "auf fruchtbaren Boden". Der Dekan begrüße es ebenso wie die Stadt. "Und die Studierenden nehmen es teils freudig, teils auch mit Skepsis entgegen. Sie stehen aber hinter der Idee."

Gesellschaftliche Herausforderungen annehmen

Die Praxis-Erfahrung fügt sich ins Curriculum ein – jedoch nicht wie ein Pflichtpraktikum, sondern im Rahmen eines Lehrstuhl-Konzepts namens Service-Learning. Es handelt sich um eine Art projektförmiges Lernen, bei dem Studierende parallel zur Theorie Praxiserfahrungen und Kompetenzen sammeln. In konkreten Projekten befassen sich Studierende mit gesellschaftlichen Herausforderungen und wenden im Studium erworbenes Wissen praktisch an. "Dabei ist die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen der Zivilgesellschaft organisiert", so Reinders.

Daran nehmen pro Jahr – also zweisemestrig – 60 Studierende teil. Im Rahmen der "Migrationsforschung und Zuwanderungsunterstützung" sollen nun weitere 60 Studierende eingebunden werden. Die Flüchtlingshilfe soll also keine kurzfristige Aktion darstellen.