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Bewerber-Check

Politur am virtuellen Image

Diana Fröhlich
Wer unbedacht in Gästebüchern, sozialen Netzwerken oder Blogs veröffentlicht, muss um seinen Ruf im Netz fürchten. Denn persönliche Details könnten den Weg aus dem Internet ins Bewerbungsgespräch finden. Profis können helfen, die Online-Reputation zu verbessern.
Internet-Persönlichkeiten haben ein EigenlebenFoto: © Klaus Eppele - Fotolia.com
Während Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner mit Facebook, Google und Co. um Datensicherheit im Internet streitet, wünscht sich auch Andreas K. (Name von der Redaktion geändert), er hätte einige Informationen nicht so leichtfertig online verbreitet. Denn wegen eines einzigen Eintrags im Internet hat er seinen Traumjob nicht bekommen.K., Berufseinsteiger mit guten Noten, war in der Bewerbungsphase Mitglied in einem sozialen Netzwerk wie beispielsweise StudiVZ, Xing oder Wer kennt wen, hatte dort Fotos hochgeladen, Freunde verlinkt, Kommentare verschickt. Und er war Fan von "Gruppensex für den Weltfrieden". Gedacht hat er sich dabei zunächst nichts, es sollte ein Witz sein. Doch im Vorstellungsgespräch wurde K. vom Personaler direkt auf seine vermeintliche Vorliebe angesprochen - den Job hat am Ende ein anderer angetreten.

Die besten Jobs von allen

Fälle wie dieser gehören für Susanne Krian, Geschäftsführerin vom Reputationsdefender My- Image-Control, zum Tagesgeschäft. Sie hilft ihren Kunden dabei, peinliche Fotos, diffamierende Texte vom Exfreund oder Kommentare in dubiosen Gästebüchern wieder aus dem Netz zu entfernen. "Der Bedarf ist da, wir bekommen täglich bis zu 30 Aufträge", sagt Krian.In Deutschland gibt es mittlerweile ein Dutzend sogenannter Online-Reputation-Defender. Es sind junge Unternehmen wie My-Image-Control, Dein guter Ruf.de oder Saubere Weste, die sich um den virtuellen Ruf ihrer Kunden kümmern.Und das scheint nötig zu sein: Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit im Internet, im Durchschnitt surft jeder Deutsche über 14 Jahren 100 Minuten täglich im Netz, wie der Branchenverband Bitkom berichtet. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei hinterlassen die Nutzer oft Einträge, die ihnen später wieder leidtun. Wer gerade auf Jobsuche ist, sollte sich überlegen, ob er mit einem gut gepflegten Profil im Business-Netzwerk gefunden werden möchte oder im Gästebuch eines Partyveranstalters.Personaler nutzen das InternetEine Studie des Verbands Deutscher Unternehmensberater, in der über 300 Personaler befragt wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 28 Prozent der Befragten das Internet nutzen, um an Informationen von möglichen Kandidaten zu gelangen. Dabei interessieren die Personaler nicht nur die Referenzen alter Arbeitgeber, sondern eben auch die Hobbys des Bewerbers."Die Verteidigung des eigenen Rufs im Internet wird immer wichtiger, weil wir das Netz heute als authentische Informationsquelle wahrnehmen. Wir glauben, was da steht", sagt Viktor Mayer-Schönberger, Internetwissenschaftler und Medienrechtsexperte. Er weiß aus jahrelanger Erfahrung, wie schnell falsche Fakten verbreitet werden können und warnt vor einer zu lässigen Haltung. "Wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, kann sich ziemlich sicher sein, dass er im Voraus gegoogelt wird", sagt er.Aus diesem Grund rät er gerade Menschen auf Jobsuche, mindestens einmal pro Monat den eigenen Namen in die großen Suchmaschinen einzugeben. Und wer nicht weiß, wie er mögliche negative Einträge und Verlinkungen löschen kann, sollte sich an ein Unternehmen wenden, das sich darauf spezialisiert hat.