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Ratgeber

Online-Bewerbung: Klick und weg

Katja Stricker
Online-Bewerbungen werden immer beliebter. Besonders bei großen Firmen wird man um diese Art der Kontaktaufnahme nicht mehr herum kommen. Was Sie beim Umgang mit elektronischen Bewerbungsmappen und Formularen im Internet beachten sollten.
Auch die Web-Bewerbung erfordert viel SorgfaltFoto: © Fotolia.com
Die meisten Personalabteilungen werden überschüttet mit Bewerbungen. Konzerne wie Siemens, Telekom, Bayer oder Deutsche Bahn erhalten zig Tausend pro Jahr allein für ihre Ausbildungsplätze. Da verwundert es nicht, dass vor allem die Personaler großer Unternehmen Online-Bewerbungen lieben. Denn die Bewerberdaten lassen sich einfacher archivieren und die Angaben leichter filtern.Wer sich nach dem Abitur also um Ausbildung, Praktikum, Nebenjob oder ein duales Studium bewerben will, wird um eine Bewerbung per Mausklick kaum herum kommen. „Vermutlich 70 bis 80 Prozent der Bewerbungen laufen mittlerweile über das Internet", schätzt Karriereberaterin und Buchautorin Svenja Hofert aus Hamburg.

Die besten Jobs von allen

Auch wenn das schnelle Medium Internet zu Ungenauigkeit und Flüchtigkeitsfehlern verführt, sollten Bewerbungen per Mausklick mit genauso viel Sorgfalt behandelt werden wie eine traditionelle Bewerbungsmappe. „Die Erstellung einer guten Online-Bewerbung sollte genauso lange dauern wie die einer Papiermappe", rät Expertin Hofert. Denn auch wenn der Umgangston im Web eher locker ist, erwarten die Personalverantwortlichen von Bewerbern auch online eine perfekte und durchdachte Bewerbung.VorbereitungBevor man mit der Bewerbung im Netz loslegt, sollten alle wichtigen Unterlagen wie Abiturzeugnis beziehungsweise das letzte Halbjahreszeugnis sowie Nachweise über Praktika und Nebenjobs eingescannt werden. Idealerweise werden alle Dokumente als eine Datei abgespeichert, im PDF-Format. Außerdem sollten Bewerber offline in aller Ruhe Anschreiben und Lebenslauf vorformulieren – und vor dem Absenden auf jeden Fall noch einmal von Eltern oder Deutschlehrer Korrektur lesen lassen. Denn: „Nichts ist schlimmer als eine Bewerbung voller Rechtschreib- und Tippfehler", sagt Bewerbungsexpertin Svenja Hofert.Das AnschreibenDas Herzstück einer guten Bewerbung – und das gilt natürlich auch für die Online-Version – ist das Anschreiben. „Viele Abiturienten und Studenten schicken einfach ihren Lebenslauf und vielleicht noch ein paar Zeugnisse per Mail raus – und das war es", beobachtet die Bewerbungsexpertin. Zu mehr als einer nichtssagenden Floskel wie „hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen", reiche es häufig nicht. „Damit können Personaler nichts anfangen."Egal, ob per Mail oder in einem Online-Formular, in jeder guten Bewerbung sollte der Jobsuchende genau seine Motivation erläutern. Es gilt also Fragen wie „Warum möchte ich diese Ausbildung oder dieses Praktikum machen? Wie bin ich auf das Unternehmen gekommen? Welchen Bezug habe ich vielleicht zu der Branche oder den Produkten?" zu beantworten. Das interessiert Personaler und damit punkten auch schon Oberstufenschüler und Abiturienten. In den meisten Online-Formularen gibt es dafür entsprechende Freifelder.Online-FormulareWer auf den Karriere-Seiten von Unternehmen nach Ausbildungsplätzen, Praktika oder dualen Studienplätzen recherchiert, wird früher oder später über Online-Bewerbungstools stolpern. Dort werden auf mehreren Seiten zum einen Kontaktdaten, Schulabschluss und in der Regel auch die Noten wichtiger Schulfächer wie Deutsch und Mathematik abgefragt. Dabei ist es wichtig, alle Felder vollständig auszufüllen, denn nicht selten sortiert das Bewerberprogramm einen Kandidaten sofort aus, wenn nur eine Angabe fehlt.Neben diesen relativ schnell und einfach auszufüllenden Datenfeldern, enthalten die Formulare Freitextfelder. Dort wollen die Unternehmen beispielsweise wissen: „Warum interessieren Sie sich für unser Unternehmen, was machen Sie in Ihrer Freizeit oder was sollten wir über Sie wissen?"