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Die richtige Bewerbung

Klare Aussagen im Vorstellungsgespräch

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Erfolge soll man ruhig vorzeigen. Einschränkende Formulierungen wie "Ich will nicht prahlen, aber ..." dagegen schaden nur, beweist eine Studie.
Klare Linien statt Zick-Zack-KursFoto: © Till von Rennenkampff - Fotolia.com
Wer im Vorstellungsgespräch sitzt und seine Vorzüge aufzählen will, sollte auf einschränkende Redewendungen wie "Ich will nicht prahlen, aber ..." oder "Ohne überheblich klingen zu wollen, aber ...", verzichten. Mit solchen Formulierungen schadet man sich nur selbst."Dadurch wirkt man unerfahren und vermittelt den Eindruck, als müsse man sich für seine Leistungen entschuldigen", erklärt Bewerbungsberater Gerhard Winkler. "Und so etwas kommt bei Personalern nicht gut an. Die wollen sehen, dass man seine Erfolge selbstbewusst vorzeigt." Einschränkungen dieser Art haben noch einen anderen negativen Effekt - sie bewirken oft das genaue Gegenteil. Wer also Eigenwerbung betreibt, dies aber mit den Worten "Das soll nicht eitel klingen, aber ..." einleitet, wird vom Gegenüber erst recht für selbstverliebt gehalten.

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Wie reagieren Sie, wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch nach Ihren Stärken und Schwächen fragt?Die verleugnete Eigenschaft bleibt im Bewusstsein des Zuhörer noch stärker haften. Das ist das Ergebnis einer Studie von Psychologen der Eastern University Washington. In den Experimenten wurden sogar Großmäuler, die unbescheiden mit ihren Erfolgen auftrumpften, von den Testpersonen weniger kritisch bewertet als jene, die ihre Leistungen aufzählten, aber zuvor eine einschränkende Redewendung benutzten.Warum? Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Redner allein durch den Gebrauch von Worten wie "prahlen", "überheblich" oder "eitel" in die Nähe dieser Eigenschaften gerückt wird. "Das Abstreiten führt dazu, dass die Leute erwarten, dass er die abgestrittene negative Eigenschaft besitzt", so der Forschungsteamleiter Amani El-Alayli in der "Süddeutschen Zeitung". Weitere Tests ergaben zudem, dass die Personen, die solche Redewendungen verstärkt benutzen, von vielen Probanden als weniger intelligent eingeschätzt wurden.

Dieser Artikel ist erschienen am 01.02.2008