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Englisch im Vorstellungsgespräch
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Bewerbungsgespräch

Keine Angst vor Englisch

Kerstin Dämon, wiwo.,de
Englisch sprechen viele Bewerber fließend bis verhandlungssicher. Behaupten sie zumindest. Kommt es dann zum Gespräch, wird's oft holprig. Was Personaler fragen, und wie Sie reagieren sollten.
Ob Grundkenntnisse, fließend oder verhandlungssicher - Englisch gehört zu den Standardkenntnissen in Lebensläufen. Und weil niemand gerne zugibt, über "Good morning, my name is ..." nicht hinauszukommen, tragen viele in der Bewerbung dicker auf, als gut wäre. So zeigen Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute, dass bis zu 25 Prozent der Bewerber sich besserer Sprachkenntnisse rühmen, als sie tatsächlich haben. Schließlich ist Lebenslaufkosmetik erlaubt – Bewerbungsexperten raten sogar dazu, lieber etwas höher zu stapeln.

Doch nur die Hälfte der deutschen Unternehmen überprüft die Englischkenntnisse ihrer Bewerber auch. Das ergibt eine Umfrage unter Personalverantwortlichen im Auftrag von Cambridge English Language Assessment. Das Problem: Spätestens im Kontakt mit den englischsprachigen Kunden, Kollegen oder Partnern fällt es auf, wenn sich jemand zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Bewerber sollten in einem solchen Gespräch unbedingt auf eine formale Sprache achten und umgangssprachliche Floskeln wie "I mean", "you know", "like" und "kind of" vermeiden. Im Deutschen würde schließlich auch niemand sagen: "Was ich gemacht habe, ist wie, Sie wissen schon... Dingsbums...".

Wir haben die klassischen Fragen in englischsprachigen Vorstellungsgesprächen zusammengestellt: So geben Sie Ihre Sprachkenntnisse im Lebenslauf richtig an:


  • Muttersprache
    Auch wenn man sich in einer Sprache noch so zu hause fühlt: Es gibt nur eine Muttersprache, also die Sprache, in der man erzogen wurde. Wer Peter Müller heißt, in Frankfurt geboren ist und in Berlin studiert hat, muss allerdings nicht extra erwähnen, dass die Muttersprache deutsch ist.

  • Grundkenntnisse
    Wer angibt, Grundkenntnisse einer Sprache zu haben, verfügt über einen Grundwortschatz und beherrscht die wichtigsten Grammatikregeln. Eine einfache Konversation ist für jemanden mit Grundkenntnissen kein Problem.

  • Gute Kenntnisse
    Wer eine Sprache dagegen gut kann, muss noch eine Schippe drauf legen. Zeitung lesen und sich an einer Unterhaltung beteiligen sollte kein Problem sein.

  • Sehr gut beziehungsweise fließend
    Wer eine Sprache weitgehend fehlerfrei spricht und wem auch bei anspruchsvollen Themen nicht die Vokabeln ausgehen, der kann „fließend“ oder „sehr gut“ in den Lebenslauf schreiben.

  • Verhandlungssicher
    Noch eine Etage über fließend ist „verhandlungssicher“, was bedeutet, dass man die Sprache akzent- und fehlerfrei beherrscht und im Wortschatz einem Muttersprachler in Nichts nachsteht.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welchen Status Sie in Ihrer Bewerbung angeben sollten, gibt folgende Auflistung auf der nächsten Seite Aufschluss über die Tiefe der Englischkenntnisse.