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Richtig bewerben

Die Fallen der Personaler im Vorstellungsgespräch

Claudia Obmann
Mit Fangfragen fühlen Personaler einem Bewerber auf den Zahn. Sie wollen wissen, wie souverän der Kandidat reagiert, wie loyal er ist oder was ihn davon abhalten könnte, im neuen Job erfolgreich zu sein. Karriere.de zeigt die zehn wichtigsten Typen von Fangfragen, erklärt was dahinter steckt und verrät die cleversten Antworten.
Wer im Bewerbungsgespräch clever antwortet, hat gute JobchancenFoto: © endostock - Fotolia.com
Lara Mengens erstes Gespräch nach ihrer Initiativbewerbung bei der Privatbank war bestens gelaufen. Schon drei Tage nach dem zwanglosen Treffen rief der potenzielle neue Vorgesetzte an und sagte: „Unser Geschäftsführer möchte Sie auch gern mal kennen lernen“. „Ich war begeistert von der netten Art und optimistisch, dass ich gute Chancen auf meinen Traumjob habe“, sagt Mengen.Umso überraschter war die junge Bankerin, als sie beim nächsten Treffen eine dritte Tasse auf dem Konferenztisch entdeckte: Unangekündigt nahm auch der Personalmanager des Kölner Finanzinstituts am vermeintlich harmlosen Kennenlern-Gespräch teil. Und der wollte es dann plötzlich genau wissen: „Warum wollen Sie ihren bisherigen Arbeitgeber verlassen“, fragte er die Bewerberin. Und erbat gleich darauf Mengens Selbsteinschätzung auf einer Skala von 1 - 10. „Besonders unangenehm war mir aber seine unverblümte Frage nach meiner Gehaltsvorstellung. Darauf war ich noch gar nicht vorbereitet“, sagt die 30-Jährige.

Die besten Jobs von allen

Genau das bezwecken Personaler. Mit Überrumpelungstaktik und Fangfragen versuchen sie das herauszufinden, was nicht in den Bewerbungsunterlagen steht: Sie wollen sehen, ob ein Kandidat außerhalb der Routine ins Straucheln gerät. Es geht ihnen aber auch um Motive und Motivation, um persönliche Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Integrität und analytische Fähigkeiten. Darüber hinaus wollen sie soziale Kompetenzen wie Engagement, Disziplin, Integrationsfähigkeit und Loyalität abklopfen. Kurz, Sie wollen alles aufspüren, was verhindern könnte, dass ein neuer Mitarbeiter erfolgreich für ihre Firma tätig wird.Aus diesem Grund interessiert den künftigen Arbeitgeber natürlich auch die Familiensituation oder der Gesundheitszustand eines Bewerbers. Auch wenn direkte Fragen nach privaten Plänen wie Heirat oder Kinderwunsch, Krankheit oder Behinderung, Beruf des Lebenspartners oder Vereins-, Partei- oder Religionszugehörigkeit verboten sind, versuchen mache Personalprofis sozusagen durch das Hintertürchen, den Stand der Dinge auszuloten. Das hat Helge Henersdorf auch schon erlebt. „Ich hoffe, Ihre Partnerin hat keine Einwände, wenn Sie regelmäßig einige Wochen auf Geschäftsreise sind?“ wollte der Personalleiter des Chemieriesen vom Biologen wissen.Die Fangfragen im ÜberblickAlternative Frage
Suggestivfrage
Triadische Fragen
Provokative Frage
Hypothetische Frage
Mehrfachfragen
Situative Fragen
Selbsteinschätzungsfragen
Spiegelfragen
Unterschiedsfragen
Der Vorstellungsgespräch-Test: So meistern Sie jedes Jobinterview