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Thomas Fritz

"Der Mythos McKinsey hat mich gereizt"

Diana Fröhlich
Thomas Fritz arbeitet seit 1998 bei der Unternehmensberatung McKinsey und ist mit 32 Jahren neuer Leiter des Recruitings für Deutschland und Österreich. Er sucht allein in diesem Jahr 280 bis 300 Berater.
Thomas Fritz: Leiter des Recruitings für Deutschland und ÖsterreichFoto: © PR
Herr Fritz, Sie sind erst 32 Jahre alt und leiten schon das McKinsey-Recruiting für Deutschland und Österreich. Was bedeutet die neue Aufgabe für Ihre Karriere?Ich habe vor sieben Jahren als Berater bei McKinsey angefangen und mich schon früh in der Mitarbeitergewinnung engagiert. Der Posten jetzt ist trotzdem eine große Herausforderung für mich und eine Weiterentwicklung der eigenen Karriere. Ich möchte die Arbeit meiner Vorgängerin erfolgreich fortsetzen.

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Sie sagen, Sie wollen in erster Linie das Recruiting bei McKinsey weiterentwickeln. Wie soll das aussehen?Ich will noch persönlicher um Hochschulabsolventen werben. In Zukunft wollen wir für den Berufseinsteiger, den Ingenieur, den Betriebswirt oder den Geisteswissenschaftler jeweils die passende individuelle Perspektive bieten. Der direkte Kontakt ist mir dabei sehr wichtig.Wie viele Berater suchen Sie denn derzeit?Noch in diesem Jahr will McKinsey 280 bis 300 Berater einstellen, auch mit mehrjähriger Berufserfahrung. Zudem suchen wir etwa 150 Praktikanten. Die Fachrichtung ist bei der Bewerbung zunächst egal, die akademische Leistung dagegen nicht. Zurzeit sind rund 50 Prozent aller Berater bei uns keine Wirtschaftswissenschaftler.McKinsey ist bekannt für attraktive Recruiting-Events im Ausland. Wird sich daran unter Ihrer Führung etwas ändern?Es wird auch weiterhin mehrtägige Workshops geben, in denen wir unsere Bewerber intensiver kennenlernen wollen. Allerdings finden diese Events zunehmend in unserem Trainings- und Ausbildungszentrum in Kitzbühel statt. Es geht in den zwei bis drei Tagen vor allem darum, künftigen Beratern unsere Arbeit näher zu bringen - und weniger um den Tourismus-Aspekt. Ich bin auch bei einem solchen Event auf McKinsey aufmerksam geworden, das war 1998.Warum haben Sie sich damals gerade für McKinsey entschieden?Mich hat der "Mythos" McKinsey gereizt. Alles, was ich über das Unternehmen wusste, war, dass es ein internationales Umfeld mit enormen Karrieremöglichkeiten bietet. Hier konnte ich bereits als Praktikant etwas bewegen. Das hat mich überzeugt.Was sind die Voraussetzungen für künftige Bewerber?Neben der akademischen Leistung suchen wir interessante Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen. Wer hat im Leben schon mal eine große Herausforderung gemeistert? Wer hat Verantwortung übernommen? Das können junge Absolventen sein, die bereits ein Unternehmen gegründet haben, einer Studenteninitiative angehören oder sich im Sport hervorgetan haben. Sie sollen mit Leidenschaft an die Arbeit gehen und im Leben etwas bewegen wollen.Sie stellen vor allem sogenannte High Potentials ein. Was bietet McKinsey Top-Leuten?Wer bei uns anfängt, wird nach einer Woche Einarbeitungszeit gleich in einem Beraterteam eingesetzt. Mitarbeiter bekommen von Anfang an Verantwortung übertragen. In zahlreichen Weiterbildungen wird jeder individuell gefördert. Und auch die Bezahlung stimmt.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.02.2008