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Bewerbung: Warten auf Antwort
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Bewerbung

Das Warten auf eine Antwort

von Katharina Kistler, wiwo.de
Ist die Bewerbung verschickt, dann heißt es: Warten – und zwar sehr lange. Laut einer neuen Studie brauchen Unternehmen für das Einstellungsverfahren immer mehr Zeit. Und die Bewerber viel Geduld.
Was für ein befreiendes Gefühl, wenn man die Bewerbung endlich abschickt. Mühsam hat man am Anschreiben gefeilt, Arbeitsproben ausgewählt, jetzt ist der erste Schritt zum Traumjob getan. Nun heißt es: Warten und hoffen, in die nächste Bewerbungsrunde zu kommen.

Das Einstellungsverfahren dauert länger 

Dass Bewerber für das Einstellungsverfahren mittlerweile sehr viel Geduld aufbringen müssen, zeigt eine internationale Studie des Arbeitgeberbewertungsportals Glassdoor. Denn der Weg über die einzelnen Auswahl-Etappen zieht sich immer mehr: Zwischen 3,3 und 3,7 Tage länger als noch im Jahr 2010 müssen Bewerber auf der ganzen Welt warten. Besonders die Deutschen brauchen einen dicken Geduldsfaden: Sie warten heute durchschnittlich 28,8 Tage – fast 18 Tage mehr als noch 2010.

Das haben die Autoren der Glassdoor-Studie "Why is Hiring Taking Longer?" herausgefunden. Dafür sprachen sie mit 344.250 Arbeitssuchenden in den USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Australien.

Vor allem in Europa warten Bewerber lange

Dabei zeigt sich: Zwischen den Ländern gibt es große Unterschiede, wie lange ein Bewerber das Verfahren durchlaufen muss. Französische Bewerber müssen am meisten Geduld aufbringen. Sie warten mit 31,9 Tagen am längsten. Doch auch Deutsche (28,8 Tage), Briten (28,6 Tage) und Australier (27,9 Tage) müssen sich auf lange Verfahren einstellen. Zügiger voran geht es hingegen in Kanada (22,1 Tage) und in den Vereinigten Staaten. Doch auch hier müssen Bewerber immer länger warten: Waren es 2010 noch 12,6 Tage, sind es heute bereits 22,9 Tage.

Die langen Bewerbungsverfahren nerven viele Kandidaten. Gerade für hochqualifizierte Bewerber seien wochenlange Auswahlverfahren zu lange, sagt Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück. Vor allem in stark nachgefragten Fachrichtungen wie Informatik oder Ingenieurwesen finden Bewerber schnell eine Stelle. "Ein promovierter Maschinenbauer ist nicht lange arbeitssuchend", sagt Kanning. "Wer als Unternehmen die Besten haben will, muss auch schnell sein."