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Stellenangebote

"Bewerben müssen sich heute die Unternehmen"

Anne Koschik
Ein Wandel vollzieht sich in Deutschland: Durften bis vor ein paar Jahren Bewerber für jede Einladung zu einem Bewerbungsgespräch dankbar sein, müssen heute die Unternehmen beim Fachkräftenachwuchs die Werbetrommel rühren. Wie wichtig die gezielte Bewerberansprache ist, haben aber noch nicht alle Personalabteilungen verstanden.

Foto: FotolEdhar/Fotolia

Neue Sphären

Es ist nicht zu übersehen: Bei der Jobsuche halten sich junge Leute gerne in ihren sozialen Netzwerken auf dem Laufenden. Personaler erkennen darin zwar einen Trend, tasten sich aber nur langsam in diese Sphären vor. Eine Studie des Ifo-Instituts und Randstad stellt fest, dass gerade einmal zehn Prozent der Unternehmen in sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook auch wirklich um Mitarbeiter werben. In der Hauptsache sind das Großunternehmen.

Eine aktuelle DIHK-Umfrage belegt, wie wichtig die gezielte Ansprache jetzt und in Zukunft ist: Denn 32 Prozent der befragten Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern geben dort an, den eigenen wirtschaftlichen Erfolg durch den Fachkräftemangel bedroht zu sehen.

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Mit bis zu 33 Milliarden Euro Umsatzeinbußen rechnen die mittelständischen Unternehmen, hat die Beratungsgesellschaft Ernst & Young herausgefunden.

Warten auf die Reaktion

Am weitesten verbreitet ist immer noch die klassische Stellenanzeige. Egal, wo sie geschaltet ist – in Jobbörsen oder den unternehmenseigenen Karriereportalen – sie baut auf die aktive Suche eines "Bewerbers".

Darauf dürften die Personalverantwortlichen aber heute – in Zeiten des Fachkräftemangels – nicht mehr zählen, betont HR-Management-Berater Ulrich Jordan, Executive Coach und Geschäftsführer von Jordan Consulting. "Im Gegenteil – die Unternehmen müssen sich bewerben, um geeignete Kandidaten zu finden."