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Mobile Recruiting
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Mobile Recruiting

App in den Job!

Melanie Croyé, Stefani Hergert
Personaler gehen auf eine neue Zielgruppe zu: diejenigen, die Tablet und Smartphone kaum mehr aus der Hand legen. Wie steht es um die mobile Bewerbung?
Die Stelle klingt spannend, mit dem Smartphone ist sie auf der Seite des Unternehmens auch schnell gefunden. Aber welche Anforderungen der potenzielle Arbeitgeber genau an seinen künftigen Mitarbeiter stellt, ist nur zum Teil zu erkennen. Denn die wichtigen Informationen verlieren sich am rechten Bildschirmrand im Nichts und die Seite lässt sich nicht nach links schieben – offensichtlich ist diese Stellenanzeige nicht für den kleinen Bildschirm gemacht.

HR-Neuland

Noch treffen Bewerber immer wieder auf solche Ausschreibungen, erst jedes fünfte Großunternehmen in Deutschland hat laut Forschern der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main seine Stellenanzeigen im Netz für Tablets und Smartphones optimiert. Dabei sehen Experten das mobile Bewerben als den nächsten, weltweiten großen Trend im Recruiting. Es könnte womöglich sogar einmal die mittlerweile etablierte E-Mail-Bewerbung ablösen.

Dass da etwas Neues auf sie zukommt, haben viele Personaler verstanden: Schon sechs von zehn Arbeitgebern erachten es als sinnvoll, Kandidaten auch über Smartphone und Co. von sich zu überzeugen. "Mobile Recruiting ist ein Thema, das uns intensiv beschäftigt und sicher in Zukunft noch wichtiger wird", sagt denn auch Jens Plinke, der beim Konsumgüterhersteller Henkel die Abteilung leitet, die seinen Arbeitgeber als Marke positioniert.

Pionierarbeit

Die Idee ist, dem in einigen Branchen hart umkämpften Nachwuchs da zu begegnen, wo er ohnehin sehr viel Zeit verbringt: im mobilen Internet. Es geht aber nicht nur um die nach 1980 Geborenen. Die Generation Y sei sicherlich eine, die ein anderes Nutzerverhalten habe, heißt es beim Autozulieferer Bosch. Aber auch andere Bewerber wünschten sich mobile Lösungen. Doch noch hinken die meisten Unternehmen in Deutschland hinterher. Dass sich Kandidaten künftig über Smartphone und Tablet bewerben werden, davon ist heute schon fast die Hälfte der Firmen überzeugt, haben die Forscher in ihrer Studie "Recruiting Trends 2014" herausgefunden.

Einige Unternehmen sind dabei schon etwas weiter. Vorreiter sind etwa die Autobauer Daimler und BMW, die eigene Applikationen (Apps) für die mobilen Geräte mit Stellenangeboten und Informationen zu Karriereterminen anbieten. Bewerber können mittels dieser kleinen Programme mit Smartphone oder Tablet bequem nach Jobprofilen suchen und sich über einen Arbeitgeber informieren. Die mobile Anwendung habe großen Erfolg, sagt Peter Berg, der die weltweite Suche nach Talenten bei Daimler leitet.